Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- 40 (Dezember 1918)
- Date
- 1918-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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604 den Gang der Entwickelung zu gewinnen. Wynecken hat bereits vor Jahren „jugendliches Denken und Empfinden als ein starkes Ingredienz der öffentlichen Meinung" in .Anspruch genommen. Die deutsche Jugend, besonders bestimmte Kreise der akademischen Jugend, sind in diesem Sinne hervorgetreten; ihre junge und jüngste Dichtung — ich erinnere an Leonhard Frank, Fritz v. Unruh, den Kreis um Kurt Hilter u. a. m. ist ihr gefolgt. ,,Die lAolitik ist unser Schicksal". Diese Worte Napoleons an Goethe als Antwort gegen jedes sensitive Wertherthema haben auch für uns gebieterische Geltung. Unsere Jugend wird Zion wiederherstellen. Tie Diskussionen, von denen gesprochen wurde, sind /umeist in Berlin, aber auch in Wien und anderswo geführt worden. Teilgenommen haben an ihrren mehr oder weniger alle Kreise dir nationaljüdisclien Jugend sowie bedeutende ältere Zionisten und Vertreter der zionistischen Leitung. Auf einer der letzten Tagungen in Berlin war Dr. Hantkc anwesend, die Leitung ist auch über alles wesentliche unterrichtet. Die Frage nach den Menschen für die palästinensische Siedlung, soweit sie IXmtschland, (X'sterreich und Polen, also die uns zur Zeit nur erreichbaren Gebiete betraf, hat zum ersten Male Robert Wcltsch in seinem Aufsatz „zionistische Dienstpflicht" beantwortet, auf den das wesentliche übergehend, nur eine technische Frage behandelnd, Hans Werner in der Rundschau und liier eingegangen ist und zu dem Walter Samuel seiner Zeit auf dem Delegiertentag Weihnachten 1917 in gleichem Sinne Stellung nahm. Robert Weltsch hat darauf eine Reihe von Leitsätzen für <lic Erfassung der gesamten jüdisclien Jugend im Dienst, der jüdischen Arbeit aufgestellt und bis ins einzelne, ganz bestimmte, an sich noch sehr zu erörternde, keineswegs immer richtige Forderungen gebracht. Der Grundgedanke ist der, weitere Kreise der jüdischen Jugend als bisher, heranzuziehen, sie in ganz bestimmter Weise auszubilden und arbeiten zu lassen, und so auf ihre Aufgaben hier und in Palästina vorzubereiten; Hand in Hand, damit ihren Nationalismus so zu intensivieren, daß er zum zentralen, absolut bestimmenden Erlebnis ihrer Jugend wird. — Weiterhin hat sich die jüdische Jugend in Oesterreich enger zusammcngcscMosscn und im Mai dieses Jahres ihre erste Tagung, den österreichischen Jugendtag, in Wien gehabt, den Siegfried Hemfeld leitete. Siegfried Bentfeld ist auch der Herausgeber der Zeitschrift „Jerubbaal", die „den Zusammenhang zwischen den in Deutschland, Oesterreich, Polen und Palästina lebenden Mitgliedern einer (zu gründenden) Jugendgemeinschaft der gesamten jüdischen Jugend herstellen soll. — In Deutschland ist nach dem verunglückten, auch völlig außerhalb unseres Weges liegenden Versuch, mit neutralen, liberalen und orthodoxen Verbänden einen Gonnex nt finden, ein engerer Zusammenschluß der nationaljüdi-