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Herzl-Bund-Blätter · 1918-03-01 · 38 (März 1918) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1918
Issue
38 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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551 Juden aus Juden, sondern es soll ein wahrhaft jüdisches Gemeinwesen errichtet werden. Ein wahrhaft jüdisches Gemeinwesen aber kann kein anderes sein, ab eines, in dem die Gebote Moses für den Ausgleich des Gesetzes, in dem die Aufrufe der Propheten zur sozialen Gerechtigkeit, in einer die Wirtschaftsverhältnisse unserer Zeit bewältigenden und meisternden Form zur Wirklichkeit fordern. Unser erstes Werk auf freier Erde muß sein, daß wir mit dem Gemeinschaftsideal des Judentums ernst machen. Es darf nicht länger ein feierlicher Tempelbau aus Worten bleiben, sondern es muß zu wohnlichen Häusern, zu gelebtem Alltag werden. Wir wollen Zion aufbauen, das ist, wir wollen ein reines, schönes und unbefangenes Zusammenleben, ein Miteinanderleben und Ineinanderleben, eine lebendige Unmittelbarkeit zwischen Menschen, zwischen jüdischen Menschen stiften. Dazu müssen wir aber zweierlei. Wir müssen unsere Menschen zur echten Gemeinschaftegesinnung, wir müssen sie zur tätigen Liebe erziehen, und wir müssen zugleich Form und Institution einsetzen, mit deren Hilfe sich diese Gesinnung frei bekunden und bewähren kann. Es liegt uns ob, ein Neues und festes zu schaffen, das wir unserer Vergangenheit und unserer Zukunft gegenüber mit ungeteiltem Gewissen verantworten können. Auch wir haben keine verfallenen Schlösser, wir haben die große Ueberlieferung der gerechtesten sozialen Gesetzgebung und die Erinnerung an die prophetischen Zornrufe über die Nichterfüllung dieser Gesetzgebung. Wir tragen diese Ueberlieferunfi und diese Erinnerung nicht in unserer Bibel allein, wir tragen sie als unauslöschliche Mahnung und Warnung in unseren Herzen. Wir wollen diese Zornrufe nicht noch einmal vernehmen und nicht noch einmal vor ihm zuschande werden. Wir wollen Ernst machen, und mit unserem Ernstmachen wollen wir das Ernstmachen der Menschheit beginnen. Und wie unsere nationale Befreiung nicht den Charakter des Krieges, sondern den der Auslösung hat, so hat unsere soziale Umgestaltung nicht den Charakter der Revolution, sondern den des Aufbaues. Das dritte und höchste Element ist das religiöse. Von ihm darf nur weniges gesagt, und auch wo es wie hier vor Vielen öffentlich geschieht, darf dieses Wort doch nicht an eine Menge; sondern an jeden Einzelnen ergehen. Die nationale und soziale Erneuerung kann gefolgt und getan werden, die religiöse Erneuerung kann nur ersehnt und geahnt werden. Und so als Sehnsucht und Ahnung dürfen wir einander sagen, daß audi an der innersten Gewalt des Judentums, daß auch an der jüdischen Religiosität in Zion Erneuerung sich vollziehen wird. Heute ist die Religiosität in unserem Gemeinschaftsleben stark und fruchtbar geworden. Denn wo anders als in Zion konnte eine neue religiöse Schöpfung eines neuen Gottesworts für uns und die Menschheit, zuteil werden. Ackerbauer waren es, aus denen die Lehre und das Werk der letzten großen eigentümlich jüdischen Religion» hewegung in Ercz Israel, aus denen die essäische Bewegung hervor-

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