Mannheim
Compact Memory

Herzl-Bund-Blätter · 1918-03-01 · 38 (März 1918) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1918
Issue
38 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4895413-5934810-5934930--576-4895957
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

»50 da» Völkerziel, das hieße aber erst recht das besondere jüdische Ziel von eirund aus verkennen. Weit mehr noch als von irgend einem anderem Volke gilt es vom jüdischen, daß es hier nidht darum geht, es durchzusetzen, sondern es zu gestatten, die in ihm noch senhimmernde, die noch immer unerlöste Urgrstalt dieses Volkstums zu erleben. Um dies« gestaltende Arbeit im Volke frei beginnen zu können, dazu bedürfen wir der Freiheit, dazu bedürfen wir einer Freistätte, wo wir ganz aus eigener Tat und Kraft und von Fremden, vom Fremden innerlich und äußerlich unabhängig geworden, ungehemmt und unbeirrt schaffen, gestalten können. Dazu bedürfen wir der einen Stätte, wo dieses Volk allein frei und Eigentum, wo allein es frei und eigen sein kann, bedürfen wir Zions. Zion, Zion ist größer als ein Stuck Land in Vorderasien, Zion ist größeres als ein jüdisches Gemeinwesen in diesem Lande, Zion ist die Erinnerung, Mahnung, Verheißung aus ewigem Munde, Zion ist das neue Heiligtum im Bilde und Gleichnis des alten. Von Zion soll wieder wie einst die Lehre ausgehen. Es ist der Wunsch des messianischen Menschheitebaues, es ist die unendliche Aufgabe der jüdischen Volksseele. Ich habe von der Schwere der Problematik gesprochen, mit der die westjüdische Jugend beladen ist Ich will nun auch ein Wort von der Fülle der Verheißung sagen, mit der sie gekrönt ist. Es ist ein Zeitatter der Krisis, der Verheißung, in dem wir leben, Entscheidung für die Menschheit, Entscheidung für die Völker, eine ganz besondere Entscheidung für das jüdische Volk. Das Schicksal des jüdischen Volkes entscheidet sich heute. Das jüdischt entscheidet heute über sein Schicksal. Und wie die Stimme der Menschheit aus dieser Zeit zu der Jugend aller Völker mit feurigen Zangen redet und die Jugend anruft, daß sie nicht erliege, daß sie widerstehe, daß sie sich bewähre, daß sie ihre Tat tue, so ruft die Stimme des Judentums die jüdische Jugend an, daß sie nicht erliege, daß sie widerstehe, daß sie sich bewähre, daß sie ihre Tat tue, ihre besondere ihr allein zugewiesene Tat. Aber auch der Stimme dieses Volkes wohnt die wahre Stimme der Menschheit inne. Denn in ihrem Rufe, in der Tat, die sie fordert, sind jene drei Elemente des echten Gebotes, das nationale, das soziale und das religiöse unlösbar verschmolzen. Diese Tat ist eine wahre Menschheitstat, Kettung eines Volkstums. 'Dies ist der eine Sinn der Errettung Zions, und diese Rettung hat nicht die Form eines Kampfes, sondern einer Auslösung, und solange das Judenrum unter die Völker aufgeteilt und ihrem Leben verhaftet ist, so lange es dem Willen und Unwillen ihrer Staaten ausgeliefert ist, solange es nicht zu mindest ein frei pulsierendes Herz besitzt, aus dem ein Strom freieren Lebens in alle Adern fließt, solange kann c? nicht zu sich selber kommen, kann es nicht zu seinem Werk, zu seinem wahren Anteil am Menschheitswerk kommen. Schon hier ist der menschheitliehe Charakter der uns aufgegebenen Tat deutlich ru erkennen. Aber es «soll ja nicht ein Gemeinwesen von

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.