Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- 38 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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542 (Nordsyrien) - Wan-See (Westmesopotamien) annehmen. Hierbei dürfen wir nicht vergessen, daß die arabische Sprache noch in viel grölte rem Maßtfür den Islam als Qebetssprache gilt, als da> Hebräische für das Judentum oder das Lateinische für den Katholizismus. Dem Mohamedaner ist es verboten, den Koran in eine fremde Sprache zu übersetzen. Das Arabische hat Dank diese« (lesetres eine Ausbreitung über gare Mittel- und Nord-Afrika, zeitweise sogar über die Pyienäen-iHatbinsel gefunden und hat während des Jahrtausends nach dem ungeheuren Aufstieg des Islams, in Bedeutung nicht verloren. Mit dem Arabischen' besitzt das Hebräische im Bau der (irammatik sowohl wie der Syntax eine große Aehnlichkeit, die man mit der des Deutschen mit dem Holländischen vergleichen karm. Beide haben den dreikonsonantigen Verbalstamm und die Ableitung der Substantive von diesem gemeinsam; beide konjugieren innerhalb der Zeiten mit Hilfe von Suffixen, während die Zeftstämimselbst durch Vorstellung von Präfizen dargestellt werden, beiden gemeinsam ist jene einfache Deklination, die keine Flexion kennt und nur durch die Stellung des Wort es im Satze .mgedeutet wird. Wir sehen also, daß alle drei Sprachen, deren Kenntnis für den nach Palästina gehenden Kaufmann erforderlich ist, in ihrem Wesen untereinander verwandt sind und die Kenntnis der einen die der anderen fast in sich birgt. Nun besteht die Frage, welche von diesen drei Sprachen zuerst zu erlernen wäre. Nach den durch den Unterricht der üschkäath im Hebräischen] erworbenen Kenntnisse müßte man eigentlich das Hebräische an die Spitze stellen, um den Schüler von hier aus über das Arabisch zum Türkischen zu führen. Jedoch bin ich der Ansicht, daß gerade eine umgekehrte Keihctifolge von größerem Erfolge sein würde. Es ist bedeutend leichter, bei Kenntnis des t ürkischen das Arabische zu erlernen, dessen Wichtigkeit selbst für uns Juden wenigstens in der ersten Zeit unseres Dort sc ins größer ist als die des Hebräischen, das nach Beherrschung der arabisches! Sprach«- leicht zu erlernen ist. In Palästina leben 6mal sovief Araber als Juden und so sind wir gezwungen, diesem (imstande Rechnung zu tragen. Andererseits würde aber eine Unkenntnis des Türkischen für den Türken eine Nichtachtung bedeuten, die einer Beleidigung gleichkommt und unangenehme Folgen nach sich zielten kann. ■d Ich hoffe, daß Euch meine Ausführungen von der Wichtigkeit der Beherrschung des Türkischen und Arabischen überzeugt haben und ich bitte, diesen Punkt zu den vielen anderen in das Programm unserer Friedensarbeit cinzuflochten.