Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- 38 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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530 Untertanen sowie die fremden im Lande Handeltreibenden ruseh Wunsch kontrollieren zu können und nicht mehr wir früher z. Z. der Kapitulationen, den Fremden ihre zahllosen Sonderheften und Freiheiten zu lassen, die gewissenlose Vertreter der Ententelinder dem türkischen Staate herausgepreßt hatte*. Die beim ersten Anblick erscheinende Härte dieses Gesetzes, das von uns ein möglichst rasches Erlernen einer bisher fremden Sprache fordert, wÜ bedeutend gemildert, wenn wir uns z. B. vorstellen, daß die Juden Tell-Awiws IJjemal-Pascha in französischer Sprache empfangen haben oder wenn wir gar mit dem Berliner Magistrat in eugfasener Sprache verkehren wurden. Em solcher Zustand wäre eine Unmöglichkeit ttnd ist auch selbst für türkische Verhältnisse unhaltbar. Junge weist in seiner Flugschrift noch garnicht oft genug darauf hin, daß jeder, der in der Türkei mit Türken verkehren oder Handelsbeziehungen anknüpfen will, sich vor altem selbst erst als Türke zu fühlen hat, fühlen soll, fühlen muß, als erste und mindeste Forderung, um einen Erfolg in jeder Beziehung überhaupt erst möglich zu machen. Und dazu ist eine gründliche Kenntnis der türkischen Sprache unbedingt erforderlich. Selbst wem» wir in die Lage kommen sollten, als Angestellte irgend einer Firma nach der Türkei gehen zu müssen, wird es für uns von größtem Vorteil sein, mit dem türkischen Kunden in sei sei Muttersprache zu unterhandeln, schon am vielleicht, nicht am An lang, so doch aber später, ihn selbst und seine speziellen Wünsche verstehen und genau ausführen zu können. Wer in dem oben erwähnten 3. Heft das Vorwort gelesen hat, wird ermessen können, welche hohe Bedeutung der Tätigkeit des Uebersetacas beigelegt wird und welche großen Gefahren der geringste Fehler nach sich ziehen konnte Es heißt dort: „Bei der Uebersetzung der Gesetze haben wir teils die von den besten Fachmännern hergestellten Uebersetzungen aus dem türkischen Urtext verwendet, teils den französischen Text, wie er in dem vom türkischen Finanzministerium herausgegebenen „Bulletin mensuet de statistique" veröffentlicht ist, zugrunde gelegt." Kur/ vor Ausbruch des Krieges hatte ich die Gelegenheit, in der Pariser „Großen Oper' die „Walküre" zu hören. Abgesehen von der vortrefflichen Kapelle vergegenwärtige man sich aber das (iefühl, wenn man alte germanische Helden und Götter mit ihrem Theater-Französisch auf der Bühne hört. Aber wir brauchen garnicht so sehn in die Ferne zu schweifen, denken wir nur an die Bibel und an die zahllosen Versuche, diese in unser geliebtes Deutsch zu übertragen. Bedenken wir, daß im deutschen Auswärtigen Amt ein oder gar mehrere Professoren sitzen, deren einzige Arbeit rm Uebersetssn ins Französische der ins Ausland gehenden Noten und im Zurückübei «etich der von