Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- 38 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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330 zu einer höheren Stufe und aufgebaut auf dem, was wir uns und anderen vor Jahren erarbeitet haben. Und zweitens: Was bietet uns der H.-C. noch außer dieser Arbeit? Bundesbrüder!;,Es wächst der Mensch mit seinen höheren Pflichten!" Wir sind gewohnt im Dienste des Volkes zu stehen, ein jeder nach seinem Können und Kennen. Bei richtiger Verfettung und Organisation wird keiner überlastet. Wohl aber kommen wir selbst in zwangloser Form den höheren Aufgaben wirtschaftlicher und pädagogischer Volksführung näher. — Wenn ich den Oedanken eines „Bundes der Inaktiven" recht erfaßt habe, so kommt es darauf an, die Arbeitskräfte aller derer /u organisieren und der Bewegung dienstbar zu machen, die nach ihrer glücklichen Rückkehr aus dem Felde der eigentlichen H.-C- Aufgabe bereits entwachsen sein werden. Hier erscheint mir eine Möglichkeit, diese „latenten Energien" in die richtigen Werte umsetzen zu können. Heinrich Kuhn im Felde. (H.-C. Berlin.) Unsere Jüdischkeit. Wir sprechen soviel über Jüdisch und Jüdischerwerden; immer wieder werden diese Forderungen aufgestellt, aber selten ist man sich bei diesen Begriffen darüber klar, wie sie aufzufassen sind, alle möglichen Dinge wirft man durcheinander. Bei den einen glaubt man, daß sie rein verstandesmäßig den Zionismus erfaßt tuul dann daraus die Konsequenz gezogen hätten, und bei den anderen, daß ihn- Oefühkfür das Judentum sie auf diesen Weg geführt hätten. Ja, bei uns im Berliner Club ist man soweit gegangen, daß einige Bbr. Bbr. sagen konnten, wir Westjuden seien nur aus Logik, die Ostjuden aus Liebe für ihr Volk Zionismen geworden. Ich meine, das ist ein ganz falscher Standpunkt, den man durchaus nicht billigen kann. Zugeben will ich, wir haben nachgedacht über das Verhältnis unseres Volkes zur Umwelt, und dadurch sind wir zu dem Schluß gekommen, wir müssen uns erhalten und unsere nationale Eigenart wahren, und wir glauben dies am besten in und durch den Zionismus erreichen zu können. Aber wenn wir nicht für unser Volk tief empfunden hätten (und dies ist, glaube ich, bei den meisten von uns das .Hisschlaggebcndc gewesen), hätten wir ja wieder zum Assimilantentum zurückkehren können. Dort hätten wir es ja viel leichter gehabt, aber weil wir uns in unserem tiefsten Inneren mit unserem unglücklichen Volke fest verbunden führten, haben wir den schweren