Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- 38 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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535 seit* der Inhalt desselben unter Berücksichtigung spezieller Verhältnisse im Orient (fremde und z. Zt. unentwickelte Wirtschaftserscheinungen) erst von uns erschlossen werden muß. Unseren nationalen Kaufmannsnachwuchs in dieses Gebiet einzuführen, wird eine vornehmliche Aufgabe der „alten Herren" sein. Es erfordert viel Arbeit, ist aber auch des „Schweißes der Edlen" wert. Wir kranken fast überall in unseren Jugendorganisationen an dem Uebelstand, daß wir nur wenige wahre Erzieher haben. E& liegt dies zum Teil eben an der Einheit der Erzieher und Zöglinge, an unserem „self-government". Auch da, wo wir zu unserer Arbeit Außenstehende heranzogen^ konnte das Rechte nicht erreicht werden; denn mit der bloßen Beherrschung des Stoffes ist es nicht abgetan. Man muß in der Organisation leben, dss System erfaßt haben, um richtig wirken zu können. Eine wichtige Arbeit für uns alte H.-C.-er ist nun vor allen Dingen die Sichtung und Ordnung des vorhandenen Materials. Nicht jeder ist ein guter Lehrer und Erzieher. Er findet genug Beschäftigung. Da soll über: „National-jüdische Organisation", „Zionistische Bewegung", Allgemeine Kenntnis jüdischer Institutionen", „Qeschichte", „Allgemeine Volkswirtschaft", „Palästinensisches Wirtschaftsleben", über „Verhältnis von Staats-, Volks- und Wirtschaftspolitik", „Türkisches Finanzwesen" u s. w. gelehrt werden. Natürlich muß jeder seinen Stoff beherrschen. Aber Stoffsammlung erleichtert dem betreffenden Bundesbruder die Arbeit wesentlich. Die Sammlung und Sichtung aUer Neuerscheinungen, Statistiken, Kontabilitätszjffcm, Schiffahrt*- und VerkehnnaMen des Orients u. s. w. zu einem wertvollen und gebrauchsfähigen Archiv ist unerläßlich. Aber noch mehr ist zu tun. Die Erfahrungen, die wir mit unserer Erziehung machen, sind zu sammeln, durchzusprechen, auszuwerten und mit den anderen Clubs auszutauschen. Alle unnötige Außenarbeit, — die — wie uns die Erfahrung gelehrt hat — der Durchbildung junger Leute zuviel Zeit und Kraft raubt, sollte nach Möglichkeit von uns übernommen werden. Mit unseren jungen Bundesbrüdern müssen wir engste persönliche Fühlung haben. In allen Berufs-, Ausbildung*- und judischen Fragen sollen wir ihre Berater sein. Das erfordert viel Arbeit und ist wenig inaktiv. Aber wer andere zu einer VoHcsarbcit erziehen will, muß viel an sich selbst .trbeiten, um seiner verantwortungsreichen Pflicht gewachsen zu sein. Ihr werdet mir nun zwei Fragen vorhalten Erstens: Ist die Tätigkeit, die wir Alten nun übernehmen sollen, etwas Anderes als vor vier Jahren? Nein, etwas Anderes ist sie nicht. Sie ist die natürliche Fortsetzung der früheren Tätigkeit, aber entwickelt