Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- 38 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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533 nicht gesehen, daß in irgend einem Falle diesen drei Orundforderungen unserer jüdisch-nationalen Erziehungsarbeit Genüge geleistet wäre. Die Kenntnis jüdischer Geschichte In nur einigermaßen großen Zügen muß die Voraussetzung jeder völkischen Arbeit sein. Will man ihr wöchentlich einen Abend widmen, so wird es doch zweier Jahre bedürfen, um eine einigermaßen gediegene Bildung bei den Bundesbrüdern zu erzielen. Bei Hebräisch würde es mir schon genügen, wenn so viel erreicht würde, daß jeder Bundesbruder ein Stück der Bibel im Urtext mit einigermaßen Verständnis lesen könnte. Wie groß dieses Arbeitsgebiet ist, werden diejenigen crmessen, die jetzt bereits Hebräisch betreiben, und die zum Teil damit anfangen mußten, die hebräischen Buchstaben zu erlernen. Was den dritten Punkt: Turnen und Sport betrifft, so ist dieses ja der Punkt, in dem bisher am allermeisten gesündigt wurde. Ich führe die vielen, vielen Mißerfolge unserer Arbeit, den Beqtiemlichkeitsstandpunkt und auch viele unschönen Charaktereigenschaften, die sich bei uns noch zeigen, auf die mangelnde Kultur unseres Körpers zurück. Man wird unsere mangelnde Tatkraft vorübergehend durch die Intensivierung unseres jüdischen Geistes beleben können, aber nur so, wie man den Körper auch durch Alkohol anregen kann, es fehlt uns nicht an Geist und nicht an Willen sondern an Stärke. Hierüber ausführlich zu schreiben, muß ich mir im Rahmen dieses Artikel versagen. Glaubt ein Bumlesbruder, daß man der Aktivitas unseres Clubs mehr zumuten kann, als die gute Erfüllung dieser drei Aufgaben, oder aber ist einer der das Unabweislichc dieser drei Forderungen bestreiten kann? Ich glaube, daß die erste Pflicht der Erziehungsarbeit an unseren jungen Bundesbrüdern in dieser Selbstbeschränkung liegen muß. Ueben die Arbeit der älteren Bundesbrüder will ich in einem zweiten Artikel schreiben. Josef R o s e n b I ü t h. Nach dem Kriege? Im Felde, JO. 1. 1918. Unsere Tätigkeit in der Bewegung hat jetzt schon eine 3'/>-jährige Unterbrechung erlitten. Nicht etwa, daß wir in dieser Zeit unserer Arbeit entfremdet worden sind Nein, wir haben Schritt gehalten. Wir haben uns stets informiert, haben unsere eigenen Gedanken geäußert und — wo sich uns die Möglichkeit bot — sie sogar geltend gemacht Aber wir Aelteren sind doch nicht mehr die H.-C.-er von damals.