Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1918
- Issue
- 38 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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532 schluß ein Gefühl war, das in seinem Effekt der jüdischen. Sache zugute kommen muH. Der Bundesbruder, der weilt, daß er für die anderen und die anderen für ihn eintreten müssen, wird sich selbst disziplinieren und sich die Beschränkungen auferlegen, du ihn zu einem brauchbaren Zionisten machen. Hierdurch gerade unterscheidet sich ja die Bundesbrüderlichkeit prinzipiell von der Freundschaft, die immer nur eine persönliche, nie eine zionistische Forderung sein kann; und wir haben es immer abgelehnt, Freundschaft, soweit sie sich nicht naturgemäß aus dem Verkehr unter den Bundesbrüdern ergibt, systematisch zu fördern, weil sie durch die Tatsache des engen Zusammenschlusses gewisser üruppen indirekt die Bundesbrüderlichkeit nicht fördert, sondern ihr hinderlich ist. Das, was wir bei den anderen als Cliquenwirtschaft bezeichnet haben, wäre der Effekt der einmal von Erich Roth so sehr propagierten Freundschaft. Auch die Frage unseres kaufmännischen Berufes ist von vielen mißverstanden worden. Sie haben geglaubt, daß unser kaufmännischer Beruf uns veranlassen müßte kaufmännische Unternehmungen in die Wege zu leiten und dadurch der Organisation dienstbar zu sein. Ich fasse unsere Bestimmung als Kaufleute ganz anders auf. Ich glaube auch, daß uns eine besondere Aufgabe in der Organisation zufällt, und /war wird es die sein, die Erich Roth in seinem Artikel, H.-B.-Blätter, August 1916, Seite 298/9 ganz richtig vorausgesehen hat. Den Akademikern wird die Schaffung der wissenschaftlichen und theorerisclwn Grundlage vorbehalten sein, uns wird die Beurteilung und eventuelle praktische Ausführung der Dinge bleiben. Nicht dahin geht meine kaufmannische Ambition besser als ein Akademiker einen Kassicrerposten oder eine Kartothek verwalten zu können, sondern darin, glaube ich, sind wir, soweit wir Kaufleute und keine Schreiber sind, besser geschult und den Akademikern überlegen: im Aufbau von Projekten und in der Beurteilung realer Möglichkeiten. Darum darf gerade unsere Arbeit, ebenso wie die Arbeit lies Kaufherrn, von dem Erich Roth einmal schreibt, niemals in ihren Zielen allzu kurzfristig bemessen sein. So wie der große Kaufmann heute lin Unternehmen ins Leben ruft, dem der Krämer den Bankerott voraussagt, SO dürfen wir uns bei unserer Arbeit nie durch Augenblicks-Erfolge oder -Mißerfolge leiten lassen. Ich komme damit zu prakitschen Vorschlägen für unsere Arbeit. Ich glaube, daß nach dem Kriege die Arbeit der Aktiven und Inaktiven eine im Wesentlichen getrennte sein muß, und alle Vorschläge, die bisher für die Friedensarbeit gemacht sind, kranken daran, daß diesem Umstände nicht in genügender Weise Rechnung getragen ist. Für die Arbeit der Aktiven werden wir uns auf drei Punkte beschränken müssen: Hebräisch, Geschichte, Körperkultur. Ich weiß, daß unser? bisherigen Klubleiter an unsere jungen Bundesbrüder meistenteils mit einem viel größeren Arbeitsplan herangegangen sind, ich habe aber noch