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Herzl-Bund-Blätter · 1918-03-01 · 38 (März 1918) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1918
Issue
38 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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528 Sittliche Forderung. Dieser Artikel war ursprünglich für ein externes Heft der H -B-Blätter bestimmt. Die Jugend, die ein sittliches Ideal, eine sittliche Idee zu verwirklichen bereit ist, muß stets eine besondere Gemeinschaft erstreben wollen. Durch diese Verknüpfung werden die jungen Leute eine tiefere und höhere Anschauung von dem Wesen ihres Ziels empfangen. Sie müssen diese tiefere Durchdringung ihrer Idee auf Urund der Oemeinschaftlichkeit ihrer Handlungen erhangen. Sie werden ihren Eifer erhöhen. Sie werden dann heginnen, Vorbilder ai schaffen. Kür wen? Für diejenigen, die in ihr^m Bunde sind. Und für die, welche außerhalb stehen. Und durch die Gemeinde werden sie verlernen, das zu tun, was nicht zur Aufgabe gehört, und sie „werden gar vieles unterlassen, was sie, wenn sie allein wären, unbedenklich tun könnten". Aber all dieses zielt auf Eines vor allem: auf Erhöhung der Aktivität: auf Bereitschaft zur Tat. Dieses ist die Aufgabe der Jugend. Und die Jugend jeder Zeit, wenn sie es ernst mit ihrem Leben nahm und eilte Aufgabe verwirklichen wollte, diese Jugend hat immer diesen Weg gewählt. Und oft, wenigstens im Kleinen realisiert, was sie im (iroßen gedacht hatte ... . Die jüdische Jugend unsrer Zeit hat die Aufgaben unsrer Gerneinschaft zu erkennen begonnen: die zionistischen Akademiker in Deutschland haben sich schon vor fast 2 Jahrzehnten zusammen geschlossen. Im K. J.V.-er haben sie sich Korporationen geschaffen, deren Geist - wenn auch mit oft häßlichen fremden Gebräuchen und Mitteln jugendliche Sittlichkeit atmet. Die Korporationen haben es verstanden, ihre Mitglieder mit dem nötigsten jüdischem Wissen zu verschen und sie zur Aktivität für jede zionistische oder allgemein-jüdische Arbeit zu erziehen: wir sehen an der Spitze der zionistischen Institutionen und als Führer der Organisationen in der größeren Anzahl solche, die ehemals in eine der Korporationen aktiv gewesen waren. Aber nicht nur diejenigen, die „aktiv" gewesen waren, sondern auch sonst stehen unverhältnismäßig viel Akademiker an der Spitze der zionistischen Organisation in Deutschland; und dies ist die Gefahr (das Bedenken, das auch von den verschiedensten zionistischcn-akadcmischcn wie nicht-akademischen Seiten geäußert worden ist) der Zionismus in Deutschland ist zu akademisch, w ird zu akademisch geleitet. Und es ist tatsächlich zweierlei mffallig: (bei der großen Zahl der jüdischen Kaufleute) die geringe Zahl der zionistischen Kaüflcuti und der Mangel, ja fast das Fehlen derselben an führenden Stellen. Das erste Manko haben wir an

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