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Herzl-Bund-Blätter · 1918-03-01 · 38 (März 1918) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1918
Issue
38 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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529 dem Fehlen einer besonderen, nicht-akademischen zionistischen (nichtberuflichen) Jugendorganisation zu suchen, und auch d.i Uebel des /weiten Mankos finden wir darin. Und all das, was die studentischen Korporationen ihren Mitgliedern geben, dies ist kurz zusammengefaßt: Wissen vom Judentum und jüdischen Dingen und Geist von Solidarität und Aktivität -- all das bleibt der nicht-akademischen Jugend vorenthalten. Denn sie empfängt nicht das, was einen Menschen zum Führer auszeichnet (denn nicht aufs Reden allein kommt es an, oder auf die repräsentantive Erscheinung). Aber auch die expansive Kraft, die eine nicht-akademische, zionistische Jugendorganisation schon an sich bedeutet, geht bei der Propagierung des zionistischen Gedankens unter den männlichen Nicht-Akademikern verloren. Und die nicht-akademische zionistische Jugend hat inzwischen dieses erkannt und sie hat etwas positives geschaffen: sie hat sich seit sechs Jahren in besbndefn Korporationeil zusammengeschlossen: den Hcrzl-Cluhs, die sieh im Herzl-Bunde vereinigt haben. Und wir haben Herzl's Namen für unsere Gemeinschaft gewählt. Nicht nur zur Orientierung fur die Anderen, damit sie wisseil, daß wir Zionisten sind, „Sondern das rauschende Pathos seiner Seele gilt es zu verwirklichen"*), damit in uns das Verantwortungsgefühl wachse: damit in uns der Wille großer, reiner, heiliger werde . . . Und wir begannen bereits unsere nächste Aufgabe zu leisten: Indem wir unsere Mitglieder in die theoretischen Grundlagen des Zionismus einführen, die jüdische Geistesgeschiehte begreifen lehren, durch l'alästinakunde mit unserer Heimat naher vciknünfcn, mit Erlernen der hebräischen Sprache und durch Anknüpfung an die jüdische Tradition, aber zu den Quellen uns res Volkstumes hinleiten. Die andere Aufgabe ist die Lrziehungsaufgabe :• die Erziehung zur Bundesbrüderlichkeit. ..Hundesbrüderlichkeit heißt: Das unbedingte Verantwortungsgefühl des einen für den anderen". DafJ zu diesem Programm die Erziehung unsrer Mitglieder zu Pflkll treue und Pünktlichkeit gehört, ist selbstverständlich. Wenn wir dieses „Mindestprogramm'' ausgeführt haben, werden wir fortschreiten müssen. Und dieses ist. was wir in der jüdischen Jugend bilden müssen: den Begriff der absoluten sittlichen Notwendigkeit. Und es wird uns gelingen, dann den ethischen Wert des Zionismus immer tiefer zu erfassen. Und «las Judentum wird dann wieder immer mehr in uns, der jüdischen Jugend von heute, morgen und übermorgen, Sclstvcr->tändlichkeit und das Primäre werden, „damit, wenn späterhin doch die Selbstsucht* und dazu gehört die Trägheit des Geistes und der selbstlose Gang zum Fremden „innerlich erwachen oder von außen artge- ') Robert Welsch, Theodor Mcrzl und wir.

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