Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1917
- Issue
- 37 (Dezember 1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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504 der grüßten sozialen Hilfsbünde Berlins leitete, für uns gewann. Ea war «ine Lust zuzusehen, wie er Sappe auf Sappe vortrieb, Graben mit Graben verband, tränierte und aufklärte, um dann schließlich nun konzentrischen Angriff überzugehen und alle Bedenken und Gründe zu werfen. Im September 1916 wurde er eingezogen, mit den 8. Leib-Grenadieren rückte er ins Feld. Das letzte Mal sprachen wir von ihm, ab wir mit ein paar K. J. V.em zu Schewuoth in Le ''ateau zusammensaßen. Damals erfuhr ich, daß er sich das E K. geholt hatte, und nach einiger Zeit schrieb er mir selbst davon. Es war sein letzter Brief an mich, voller neuer Erlebnisse und alter Erinnerungen und erfüllt mit allerlei Plänen künftigen Tuns. Er hat manche Arbeit veröffentlicht und viel Anerkennung gefunden. Aber das meiste ruht doch noch in dem großen Regal mit den vielen Fächern und blauen Pappdeckeln in seinem Zimmer. Manuskripte über Manuskripte, fertige und unfertige Arbeiten. Kaum ein Gebiet modernen Lebens und moderner Wissenschaft, das er nicht bearbeitet hatte. Er trug sich mit der Absicht, später einmal das große von ihm gesammelte Material zu verarbeiten und herauszugeben. Das wird nun alles nicht sein. Wir stehen hier in Feindesland, und hören von dem Tode dieses prachtvollen Menschen und trauern um ihn. Was nutzt uns die Hoffnung auf kommende Arbeit, was soll der sentimentale Schwur, uns nun doppelt und dreifach zu bemühen. Was wissen wir denn, ob wir den morgigen Tag noch erleben, ob der nächste Augenblick uns nicht den Tod bringt. Und schlagen wir uns glücklich durch und kehren zurück: der war nie der unsere gewesen, der nachher nicht alle« dem gemeinsamen Werke widmet. Das sind doch Selbstverständlichkeiten. Gestern hat bei uns die Offensive begonnen Gut, daß drüben der Engländer trommelt, gut, daß es freute Nacht wieder in Stellung geht, daß es Arbeit und Anspannung gibt Man könnte am Leben verzweifeln und nicht mehr wissen, was man tut.