Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1917
- Issue
- 37 (Dezember 1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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500 Einmal, woher, lieber Kraft, weißt Du das? Wen kennst Du noch, fetzt nach 3' % Jahren Krieg? Und zweitens bleiben derlei Eraerrungsgrundsätze doch stets nur ein Ziel, das wohl zu erstreben ist, deren Erfolge man aber nicht auf den Tisch des Hauses niederlegen kann. „Wo uns ein starker Mensch entgegentrat, da warf er uns um und zerriß uns." Ich Weiß nicht, worauf sich dies bezieht. Aber ganz gleich, wir haben wahrhaftig nach unserui bisherigen Leistungen, die wir allein unserer eigenen Kraft verdanken, und in Anbetracht unseres Menschenmaterials keine Veranlassung uns ein derartiges Armutszeugnis auszustellen. Fremde bekunden uns ihre Anerkennung und Achtung. Und wir selbst, die wir allein nur wissen, welche Schwierigkeiten wir zu uberwinden hatten, um so gefestigt dazustehen wie jetzt, sollten kleinlaut sein? Wer von den Außenstehenden weiß denn überhaupt, daß die Anforderungen, die wir an unsere jungen Leute zu stellen gezwungen sind, bedeutend größer sind, als sie der K. J. V. an die jungen Studenten stellt. Ich entsinne mich, daß vor drei Jahren öfter Gesinnungsgenossen, die bei uns verkehrten, Vorträge und Kurse abhielten, nrir unaufgefordert versicherten, wie sehr sie über die vollständig eigene, neue Bahnen gehenden Entwickelung, die der H.-C. genommen habe, erstaunt seien, und wie das, was bei uns entstünde, eine spezifisch eigene Note trüge, die sich nicht nur äußerlich, sondern in der ganzen Art und Weise unserer Arbeit zeige. Damals schien mir dies übertrieben, ich stand noch zu sehr mitten drin in der Arbeit, heute aus größerer Entfernung empfinde ich es als selbstverständlich Hüten wir uns vor neuen Schlagwörtern! K. J. V.-Verwandtsdiaft scheint ein solches zu werden. Es dürfte dann bald kein Oedanke, keine Idee, keine Arbeit mehr geben, an dem man nicht verwandtschaftliche Beziehungen zum K. J. V. entdeckt. Denn, abgesehen davon, daß wir uns dieser Verwandtschaft schließlich auch nicht zu schämen brauchten, gibt es so viel Probleme und Arbeitsgebiete, die uns und auch anderen Vereinen mit dem K. J. V. gemeinsam sind, daß man zu einem gegenseitigen Geben und Nehmen wird kommen müssen. Die Hauptsache ist, daß wir vom H.-C. nicht vergessen, daß wir keine Akademiker, sondern Kaufleute sind, und unser Ziel und unseren Weg vor Augen haben. Und da liegt zu Befürchtungen kein Anlaß vor. Z Zt Berka Walter Samuel, Berlin.