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Herzl-Bund-Blätter · 1917-12-01 · 37 (Dezember 1917) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1917
Issue
37 (Dezember 1917)
Date
1917-12-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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499 wir strikt ab, nur Mittel zum Zweck sollte uns die Korporation sein. Das, lieber Fritz Kraft, war unser Versuch „Kaufleute m Akademikern zu machen"! Und unsere geleistete Arbeit? Geschichte, und Hebräisch. Turnen, Sport und Wandern sind das Dinge, die Du nicht für notwendig hältst? Sicherlich doch. Wo sind nun aber die Gebiete und Probleme die wir „blindlings" vom K. J. V. übernommen haben? Es gibt allerdings Gebiete und Probleme Du selbst nennst einige —, die uns allen gemeinsam sind und deswegen auch von uns erörtert werden müssen. Da kann von entlehnen nicht die Rede sein. Es käme höchstens auf den Geist an, in dem wir diese Probleme behandeln. Doch auch da ist es selbstverständlich, daß unter uns allen einige sind, deren Art und Weise der Behandlung der Probleme so ist, daß sie sich mehr für den K. J. V. als für uns eignen, die sich damit befassen, Dinge zu erörtern, die nur vom rein wissenschaftlichen Standpunkte interessieren, also ins Arbeitsgebiet der Akademiker gehören Von diesen verhältnismäßig wenigen, dürften einige vielleicht b.'sser tun, sieh mehr auf das für sie geeignetere Gebiet zu beschränken, weil ihnen für derlei Erörterungen oft die Vorbildung meist aber die Zeit fehlt, sich eingehender damit zu befassen. Anderen, bei denen diese Vorbedingungen zutreffen, und die auch auf akademischen Gebieten etwas zu leisten vermögen, kann man dies doch nicht weiter verargen, sondern sich höchstens freuen, wenn etwas Brauchbares entsteht. Auf jeden Fall sind diese wenigen aber doch so selbständige Köpfe, daß es gänzlich verfehlt ist, von einer blinden Uebernahme von K. J. V.-Gedankcn ZU sprechen. Dies alles berührt auch den H.-B. nicht im geringsten. Denn seine Ziele, seine Wege, seine geistige Richtung sind nun einmal durch den Willen der großen Mehrheit - auch die Artikelschreiber, die Feuerring im Auge hat, stimmen dem zu - kaufmännisch und nicht akademisch orientiert und werden es bleiben. Aber, so wird Kraft einwenden, in unserer Arbeit kommt diese kaufmännische Richtung bisher doch effektiv nicht zur (ieitung! Jawohl, das stimmt! Bisher noch nicht. Wie könnte es auch? Ende 1913 wurden Wir arbeitsfähig, d. h. auf dem Papier. Nur allem um eine geschlossen«, innere Arbeit durchzuführen, braucht man einige Jahre und wieder einige Zeit, um eine lediglich allgemein zionistisch-gerichtete innere Arbeit in eine kaufmännisch orientierte zionistische Arbeit umzuwandeln, und weiter Zeit, um zu geregelter Außenarbeit zu kommen. Und Mitte 1014, nach einem dreiviertel Jahre, kam der Krieg. Es galt das Bestehende zu erhalten, das Hauptgewicht auf den inneren Zusammenhang zu legen W. Mi Erfolge kann man an praktischer Arbeit von uns verlangen? Ist nicht das bisher Erreichte mehr als genug? „Aber einen in sich gefestigten jüdischen Menschei habet! wir n cht erzicb.-n können "

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