Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1917
- Issue
- 37 (Dezember 1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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405 über vielerlei geschrieben worden; ich brauche nur auf die hekannten Arbeiten von Paquet, Buber, Trietsch usw. zu verweisen Ein anderes, äußeres Moment kommt hinzu; wir sahen, wie Junge itnmer wieder betont, daß der in der Türkei arbeitende Kaufmann so vorgehen müsse, als ob er selbst Türke sei, ja daß dieser Satz gewissermaßen als Leitsatz an die Spitze seiner ganzen Ausführungen gesetzt ist. Wir, die wir als Einzelne und als Bewegung auf eine Verpflanzung unseres Volkes nach Palästina hinarbeiten, werden gewiß immer nur das Interesse des Staates im Auge haben, in dessen Besitz sich Palästina befindet. Sejne Interessen sind in Wahrheit die unseren. Für Palästina selbst, das langsam ein ziemlich geschlossenes jüdisches Wirtschaft srtntrum wird, gelten diese Ueberlegungen noch in erhöhtem Maße. Denn die Steuererträge z. B., die heute schon der Türkei aus den judischen Kolonien zufließen, sind im Verhältnis zu früher ganz erheblich. Man versteht bei einem Tatsachenmaterial *), das ganz klar den materiellen Wert der Juden für die türkische Wirtschaft und ihre Finanzen beweist, kaum die Aeußerung Djemal Paschas, die Ernst Jaeckh neulich in der „Deutschen Politik" wiedergab. Aber man erkennt wieder von neuem die Wichtigkeit richtiger Aufklärung und politischer Arbeit in Konstantinopel. Wir, in der ungeheuren Anzahl jüdischer Kaufleute und Unternehmer, verschwindend wenigen H. C'er sehen nun unsere Aufgabe vor uns liegen, und man sage nicht, daß wir heute nichts dazu tun können. Ich habe mit Absicht Junges Arbeit so ausführlich besprochen und wiedergegeben, die vielen Artikel und Branchen aufgezählt; sicher wird dieser oder jener von uns seine Chefs dafür interessieren, mancher vielleicht die ersten Schritte zu einer künftigen Stellung im Orient tun können. Jeder aber kann sich durch Flugschriften usw. in den langen Nächten und Tagen draußen mit Orientdingen beschäftigen, sich ein ungefähres Bild des ganzen Wirtschaftskomplexes zu machen versuchen; wer im Westen steht, hat dazu reichlich Gelegenheit, Franzosisch zu lernen, dessen Kenntnis im Orient unbedingt erforderlich ist. - Es kommt nur darauf an, daß diese ganz persönlichen praktischen Konsequenzen aus meinen Ausführungen gezogen und befolgt werden. Nur dann werden sie für uns wertvoll sein. Auf meine Anfrage gibt mir die „Zentralgeschäftsstelle für deutsch-türkische Wirtschaftstragen" mehrere Schriften zur Einführung an, von denen sich folgende m. E. auch für das Feld eignen: *) s. auch Fritz Sternberg, Jude", 1017. Heft 7, S 437 «