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Herzl-Bund-Blätter · 1917-12-01 · 37 (Dezember 1917) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1917
Issue
37 (Dezember 1917)
Date
1917-12-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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403 tung türkischer Fabriken, elektrotechnische, optische, phamueutische, diemische Artikel, wissenschaftliche Instrumente, Uhren, Schmucksachen, Hausrat, ferner feine Textilwaren, Trikotagen, europäische Unterwäsche, Hosenstoffe, ganz feine Damenkonfektion im europäischen Stil, Kurzwaren, Waren der Kleineisenbranche, sowie Erzeugnisse der Schwerindustrie für den Bahn- und Straßenbau u. a. m. Alles meist Güter, die weniger dem unmittelbaren Konsum als vielmehr der türkischen Produktion dienen. Auch hier erwartet die Türkei von Deutschland dreierlei: eine rechtzeitige Vorbereitung und Organisierung der künftigen deutschen Exportbeziehungen, Beteiligung deutscher Instruktion und deutschen Kapitals. III. Für die Anbahnung und erfolgreiche Fortsetzung aller wirtschaftlichen Beziehungen zum Orient ist vor allem die Erkenntnis maßgebend, daß die Wirtschaftsbedingungen, hervorgerufen durch allerlei natürliche Umstände, von den europäischen grundverschieden sind, daß man niemals an ein sinnloses Uebertragen europäischer Wirtschaft und Wirtschaftsform nach dem Orient denken kann Ebenso fällt die rein händlerische Beeinflussung des Orients, die alles weitere der orientalischen Wirtschaft selbst überläßt, und nur sieht, ihre Waren abzusetzen, zu verkaufen und zu gewinnen, von vornherein für den ernsthaften Betrachter fort. Sie würde auch für die Dauer für den Händler selbst absolut schädlich sein, das ohnehin schon ausgebeutete Land bald dem völligen Ruin zuführen. Die Aufgabe ist: auf echt orientalischer Grundlage mit Hilfe europäischer Errungenschaften eine neue orientalische Wirtschaft heranzubilden. Sie erfordert eine große Reihe von Reformen aller Art auf wirtschaftspolitischem Gebiet eine türkische Zollpolitik, landwirtschaftliche Kleinkreditorganisationen im Regierungsbetriebe, Mustergüter, Versuchsstationen, Wuchergesetze, Ausbau der Verkehrswege und vieles andere mehr; für den Kaufmann und Unternehmer ist die ganz klare Erfassung seiner Aufgabe, sowie eine genaue theoretische Kenntnis türkischer Wirtschaft erforderlich. Der finanziell starke Großkaufmann wird sich dann nicht scheuen, erheblichere Geldmittel in das kostspielige und langwierige Geschäft ru stecken. Man wird bei dem Anknüpfen neuer Beziehungen, wie im türkischen Geschäft überhaupt, strengste Seriosität beachten müssen und nur dann Erfolg haben, wenn wirklich allerbeste Qualitätsware geliefert wird. Der Orientale ist in der Beurteilung einer Ware noch heikler als wir, die geringsten Unterschiede in der Qualität werden unweigerlich zurückgewiesen. Die Anbahnung eines Geschäftes wird fast immer nur persönlich, nie durch Inserate, selten durch schriftlichen Verkehr erfolgen können. Auch btoBe

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