Mannheim
Compact Memory

Herzl-Bund-Blätter · 1917-12-01 · 37 (Dezember 1917) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1917
Issue
37 (Dezember 1917)
Date
1917-12-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4895413-5934809-5934922--519-4895902
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

491 lands und Mitteleuropas aus der Türkei in Aussicht tu stellen. Wer aber weiß, wie schwach und unentwickelt, wie entkräftet auch die türkische Wirtschaft durch die vielen Kriege der letzten Jahre ist, wird einsehen, daß an eine türkische Rohstoffversorgung, etwa als Ersatz der nach dem Kriege möglichen* eise sehr verringerten Einfuhr aus den jetzt feindlichen Staaten, für die nächste Zeit nicht zu denken ist. Vielmehr wird erst ein ganz allmähliches Zusammenwirken Deutschlands und der Türkei, eine jahrzehntelange mühevolle Arbeit zu auch nur relativ großen Ergebnissen fähren kotinen. „Die Frage unserer ganzen Rohstoffversorgung aus der Türkei ist, wenn sie wirklich für die Dauer und solide gelöst werden soll, durchaus ein Wechsel auf langes Ziel", meint Junge, jedoch auch dann ist keineswegs auf eine Versorgung Deutschlands mit Brotgetreide zu rechnen. Die Türkei wird ihre Qetreideerzeugung, auch wenn sie den notwendigen, ganz großen Aufschwung nimmt, immer noch für die eigene Ernährung verwerten müssen. Für uns kommen für eine spätere Einfuhr etwa folgende Artikel in Frage: Wolle, Baumwolle, Oele aller Art, Seide, Eier, Gemüse, gedörrte Früchte, Valonen, Leder, Tabak, Chrom, Kupfer, Schmirgel, Borax, Medizinalpflanzen usw. (aus dem künftigen Export Palästinas sei der Wein besonders hervorgehoben, den Hans Goslar in einem Aufsatz der „Vossischen Zeitung" vui einiger Zeit als Ersatz für die evtl. später ausfallenden Südweinc der Entente empfahl). Hier, wie in allem anderen wird es harte und ausdauernde Arbeit kosten, wenn die gesteckten Ziele erreicht werden sollen. Eine Arbeit, die z. T. die türkische Regierung durch wirtschaftliche Refonn verschiedenster Art zu leisten haben wird, bei der aber dann im einzelnen auch dem deutschen privaten Unternehmer und Kaufmann eine Reihe von Aufgaben gestellt sind: Die instruierende Betätigung weniger, ganz besonders vorgeschulter Deutscher, die Beteiligung deutschen Kapitals, un.l die rechtzeitige Vorbereitung, Anknüpfung und Organisierung der nötigen Handelsbeziehungen. Aufgaben, die z. T. bald und s f >rt einzusetzen haben. Gesondert von den Fragen künftiger deutsch-türkischer Rohstoffversorgung stehen die Fragen der Rohstoffbeschaffung während des Krieges, die aber im wesentlichen staatlich geregelt sind, sowie die der Einfuhr hochkünstlerischer Produkte aus der Türkei, die ja immer schon eine ziemliche Höhe hatte (Teppiche, Stickereien, feine Seidengewcbe, Holz, Metall, Fayenrcarbeiten usw.) Auch hier eröffnen sich dem deutschen Kaufmanne neue Aufgaben. Vornehmlich gilt es, das Zwischenhandelsmonopol der Entente in diesen Waren zu brechen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.