Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1917
- Issue
- 37 (Dezember 1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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490 Die deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen. Von Erich Roth. In Berlin ist unter Leitung von Dr. Ernst Jaedch vor einiger Zeit eine Auskunftsstelle für deutsch-türkische Wirtschaftslagen begründet worden. Sie will alles Material wirtschaftlicher Art über die Türkei und den vorderen Orient sammeln, wissenschaftlich verarbeiten und allgemein wissenswerte Tatsachen und Gedankengänge daraus in Form von Flugschriften und anderen Veröffentlichungen verbreiten; ferner aber auch unentgeltlich, brieflich und mündlich, Auskunft erteilen und gegebenenfalls beratend alle wirtschaftliche Arbelt in der Türkei fördern. Als erste Flugschrift erschien eine kleine Arbeit Reinhard Junge's über „Die deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen". Junge, der bereits (als erste außerordentliche Veröffentlichung des von ihm redigierten Archivs für Wirtschaftsforschung im Orient) ein größeres Werk über „die Europäisierung orientalischer Wirtschaft" herausgegeben hat, versucht hier in aller Kürze ein von ganz weiten Gesichtspunkten geleitetes einheitliches System der Aufgaben türkischer Wirtschaft aufzustellen, welches auf einem Grundfundament afle Einzelarbeiten nach gleichen Gedanken vereinigt. Für den, der mehr oder minder endgültig sich für eine spatere Uebersiedlung nach dem Orient und nach Palästina entschieden hat, ist diese Schrift von Bedeutung. Für uns darum, weil eine wirtschaftliche Tätigkeit im Orient vielfach die Brücke sein wird, für die Verwirklichung unserer jüdischen Ideale, uns und unserem Werk die materielle Basis zu geben. Der große Wirtschaftsplan Junge's als solcher wird hier weniger interessieren, als die Beteiligung und Aussichten der einzelnen Produktionszweige und Branchen in ihm und das, was über türkisches Oeschäftslebeft und die Anknüpfung neuer Verbindungen dorthin gesagt ist. I. Die Tatsache, daß die Türkei heute ganz überwiegend Agrarstaat ist und trotz aller Erziehung zur Industrie doch auch noch für lange Zeit auf ihre Landwirtschaft angewiesen ist, scheint zunächst die Möglichkeit eines größeren Rohstoffbezuges Deutsch-