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Herzl-Bund-Blätter · 1917-07-01 · 36 (Juli 1917) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1917
Issue
36 (Juli 1917)
Date
1917-07-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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v 456 Wir sind das jüdische Volk auf dem Heimwege. Wir wissen, daß der Weg lang und beschwerlich ist, und daß nur die Stärksten ihn bis zu Ende gehen werden können, um das Ziel zu erreichen. Wir wollen uns in Gemeinschaften zusammenschließen, in denen einer für den anderen bürgt, ihm vertraut und hilft. Dort wollen wir jüdisches Leben kultivieren. Alles gut Jüdische wollen wir erhalten und den Nährboden schaffen, auf dem sich Neues entwickeln kann. Alles Geistige bedarf des körperlichen Ausdrucks, des Symbols. Unsere Feste und Gebete, unsere Sitten und Gebräuche Süllen wieder von echt jüdischem Geiste erfüllt sein. Aber wir wissen, daß auch hier eine Entwicklung stattfinden muß, die vom Geist des Judentums und dem Willen zur Erneuerung beseelt zum Lichte drängt und sich erfüllen wird, wenn die Stunde gekommen ist. (Die Reform der Liberalen lehnen wir ab.) Wir glauben nicht, daß wir fähig sein werden dieses Neue zu schaffen, aber wir hoffen, daß, wenn sich in Erez Israel alle Kräfte frei entfalten können, auch von dort wieder die Erneuerung der Lehre ausgehen wird. Was der Zionismus sich als Ziel gesetzt hat, dem wollen wir in unserer Gemeinschaft den Weg bereiten.*) Wir wissen, daß uns eine Jugend nachwächst, die sich zu den Quellen des Judentums drängt. Sie wollen wir an der Ernte unseres Suchens und Findens teilhaben lassen. Auf daß sie weiterbauen können, wollen wir sie den Weg führen, den wir schon geebnet haben. Wenn wir durch unsere Art zu leben erzieherisch auf die Jüngeren wirken wollen, müssen wir daran denken, „daß, wer Erzieher sein will, erst einmal in sich selbst erfüllen muß" und „daß mir, wer ständig geistig wächst, zum Erzieher geeignet ist." Auch sie werden sich alles von neuem erkämpfen müssen. Wir wollen hebräisch lernen; denn es soll wieder die Sprache unseres Volkes werden. Das Hebräische wird uns auch wieder mit unseren Vorfahren verknüpfen und Kräfte in uns wachrufen, die lange unentdeckt in uns geruht haben. Die schöpferische Kraft unserer Väter soll auch uns wieder eigen werden. Dann wird uns auch die volle Erkenntnis der Kraft und der Schönheit der 3ibel aufgehen, damit wir n:ch* nötig haben von Kleineren zu lernen, was uns dort in dem Bocne unseres Volkes gesagt wird. Im Jargon liegen Werte und die Kultur von Jahrhunderten. Bemühen wir uns durch verständnisvolles Eingehen auf seine Eigenart den Schlüssel zu seinem Wesen zu finden und auch hier mit auf den We^ zu nehmen was gesund ist. *) Alles Organisatorische versteht sich von selbst, sagt Erich Roth. Wir sind Soldaten der Bewegung. Wir kimpfen an dem Fleck, an den man un* gestellt hat; und wir wollen mitarbeiten an der Eroberung: neuer Positionen.

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