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Herzl-Bund-Blätter · 1917-07-01 · 36 (Juli 1917) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1917
Issue
36 (Juli 1917)
Date
1917-07-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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449 ist sicher nicht ihr Endpunkt) einfach eine eiserne Naturnotwendigkeit ist, die wir nicht aufhalten können und der wir uns woM oder übel anbequemen müssen, soweit wir es nicht schon längst getan haben. Mi habe bei Leibe nicht die Absicht, hier eine Kritik des Taylorismus zu geben oder ihn auch nur zu verteidigen. Ganz in jüngster Zeit kommt man auf ihn zurück. So behandelte ihn neulich irgend wer in Vaumann's „Hilfe" unter dem Gesichtspunkte der Verwendung für die Kriegsbeschädigten. Ihnen wird oft nach Verlust eines Gliedes eine ganze Arbeit unmöglich geworden sein, andererseits werden sie aber bei einem System, das die Gesamtarbeit in viele Teile teilt, sehr nützlich wirken können. Eines ist mir jedenfalls immer klar gewesen und als Soldat noch viel klarer geworden: Es ist ganz ungeheuerlich, was für kostbare Zeit nutzlos vertan wird. Um Max Brod's Einwand gleich zu entgegnen. Es ist hier nicht von Zeit die Rede, die auf Kosten der Seele vergeudet wird. Da zeichnete, um ein Beispiel zu geben, im Reichstage neulich einer ein Momentbild aus einer Garnisonstadt: „Zehn kräftige Musketiere begleiten einen Handwagen, den ein Hund hätte ziehen können." Dies Beispiel kann jeder von uns beliebig vermehren. Ueberall wird bei geschickter großzügiger Organisierung leicht ein Mehr an Arbeitsleistung herausgeholt werden können, ohne daß jemand in meinem berechtigten Interesse geschädigt zu werden braucht. Brod verzerrt die Dinge, indem er alles auf die Spitze treibt und, als trüge er Scheuklappen, die Welt, wie sie ist nicht sehen will. Wir stehen im tätigen Leben und müssen unseren Platz da ausfüllen. Daneben gehört es zu unseren Aufgaben, Zusammenhänge zu erkennen, verstehen zu lernen, warum diese und jene Entwicklung so kommen mußte, wie sie gekommen ist und welches die voraussichtlichen Tendenzen für die Zukunft sind. Als eine der Grundteudenzen des lOten Jahrhunderts unserer Zeit und der Zukunft gibt in einem sehr klugen Buche „Zur Kritik der Zeit" Walter Rathenau, die Tendenz der Mechanisierung an. Er entwickelt diesen Gedanken für alle Gebiete, für's Handwerk sowohl wie für die Großindustrie, für die Politik wie für das (ieistesleben überhaupt. Er weist aus der Gemeinsamkeit vieler einzelner gleichgearteter Interessen den Zug nach, diese zu einer starken Gemeinschaft zu vereinigen und ihre Stoßkraft so zu erhöhen, so z. B. durch Organisation, Syndikate, Kartelle in der Industrie, Schulen und Universitäten in der Geisteswelt und «> fort. Das Wesentliche für uns ist, diese Entwickehing zu erkennen und unsere Folgerungen daraus zu ziehen: Einzusehen vor allem, daß wir im allgemeinen zu schwach sind, den Rädern der Zeit in die Speichen zu fallen. Sie ist die mächtigere. Die alte Tragik des modernen Menschen: Er hat die Maschine erschaffen und nun bestimmt die Maschine ihn. Und wieder muH

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