Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1917
- Issue
- 36 (Juli 1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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440 Betrachtungen zum letzten Jahresabschluss des H.-B. Di« Durchsicht des in den letzten H.-B.-Blätter veröffentlichten Jahresabschlusses hat mir eine große Enttäuschung bereitet, \xx allem die einfach unverantwortliche Tatsache, daß der zum ersten Male geforderte Kriegsbeitrag von nur 47 Bbr. Bbr. geleistet worden ist. I>ieser Mißerfolg eines von unserem Präsidium unternommenen Schrittes zwingt mich, meinen Bundesbrüdern einige ernste Worte zu sagen. Nicht, daß ich jetzt mit den üblichen Redensarten in dem bekannten Ton flammender Aufrufe die Säumigen lediglich an die Erfüllung ihrer Pflicht erinnern will, nein, ich möchte nur in aller Kürze einen Rückblick auf das bisher Geleistete und einen Ausblick auf die nächste Zukunft halten. Es ist vielleicht gut, heute, wo unsere Idee immer mehr um sich greift, an die Augusttage 1914 zurückzudenken, die durch ihre gewaltigen Geschehnisse den zwar noch nicht durch eine lange Dauer, dafür aber durch ein herzliches l»flichtbewußtsein gefestigten Zusammenhang der im H.-B. vereinigten Clubs auseinandefzureinen drohte und die einzelnen Bbr. Bbi. nach allen Gegenden und Fronten verstreute. Wer fürchtete damals nicht, daß das so jung Entstandene unter der Wucht des Krieges zusammenbrechen würde, wer empfand wohl nicht das Angstgefühl, das wir das soeben Geschaffene und uns so lieb Gewordene verlieren könnten. In unzähligen Briefen aus Feld und Garnisonen kamen die Hoffnungen und Wünsche, die auf den Herzl-Buncl gesetzt wurden, zum Ausdruck, und ungeachtet der ungeheuren Schwierigkeiten ist es dem Präsidium gelungen, allen Anforderungen nachzukommen, dem Bund nach innen und außen Stärke und Ansehen zu verleihen, den Konnex unter den Bbr. Bln. in schönster Weise zu wahren, wie alle Pflichten gegenüber d«r zionistischen Organisation zu erfüllen. Und mit welchen Mitteln hat es die H.-B.-Leitung verstanden, diesen Aufgaben gerecht zu werden?! Hat das Präsidium sich während der bisherigen Dauer des Krieges au-ctu»ur ein einziges Mal mit einer Forderung an uns feldgraue H.-C.-er gewandt? Nein, nur unendlich viel Schönes wurde uns gegeben, so daß wir uns mit Stolz und Dankbarkeit unserer Zugehörigkeit zum H.-B. erfreuen konnten, ohne daß Gegenleistungen von uns verlangt wurden. Fordert nicht allein schon diese Tatsache sowie das gute Fortschreiten unserer durch größtenteils freiwillige Spenden ermöglichte Arbeit die höchste Opfcrwilligkeit heraus '! Der Jahresabschluß zeigt, daß sowohl die Opferwilligkeit wie die straffe Disziplin, deren wir uns rühmen, versagt hat. Ich be- »