Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1917
- Issue
- 36 (Juli 1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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439 mit allen Mitteln durchgeführt werden. Besonders in letzter Zeit vergeht kaum eine Woche, wo nicht ein neuer Arbeitsausschuft, eine neue Sammlung von Mitteln für den und jenen Zweck, eine neue Jugendorganisation usw. zusammentritt. Leider hört man \ielfach naeh der rühmlichen Gründung nachher nicht mehr viel davon. — Volkswirrschaftskurse in den Clubs bezw. in den Arbeitskreisen, in die die größeren Clubs nach dem Kriege eingeteilt worden sulttcn, werden immer nützlich sein. (Wo niemand da ist, der einen Kursus im Club geben kann, soll man gemeinsam anderswo gute Vorlesungen hören und nachher besprechen.) Man wird sich nur hüten müssen, dabei in graue Theorie zu verfallen. Ich schlag." folgendes vor: Wir haben Menschen aller kaufmännischen Zweige, unter uns. Die einen kommen aus der Konfektion, die anderen aus der Heimindustrie, dtr aus der Bank, der vom (ietreidehandel u. s. f. Jeder studiere in seinem Fache an der Hand der Praxis untl Hand von Fachliteratur die besondere Lage und Aussichten seiner Branche in Palästina und besonders auch im weiteren Orient. Die Bundesbrüder der gleichen Branche kommen zusammen und tauschen ihre Erfahrungen und Kenntnisse aus. Dann werden sie dem Chib vorgetragen. Wenn alle in dieser Weise arbeiten, wird der einzelne allmählich ein brauchbares Gesamtbild der orientalischen Wirtschaft bekommen. Es braucht überhaupt nicht nur Kenntnis des Orients zu sein. Heute greift eine Branche in die andere ein, Produktionen arbeiten sich ergänzend zusammen. Der Eisenindustrielle braucht die Bank und sie ihn. Wenn alle Kreise mehr voneinander wüßten, würden wir nicht den langweiligen Typ des jungen Mannes haben, der völlig weltfremd in seinem Berufe steht. Gehen Sie an die Börse: Da handelt einer hundert verschiedene Werte in der Stunde und weift außer ihrem Namen nichts von ihnen. Und so wirds woanders auch sein. Hier ist für den Club ein noch ganz unhcaokeites Arbeitsgebiet. Zweifellos wird hier zusammenzuarbeiten nützlicher für alle sein, als etwa gemeinsam Ibsen zu lesen. Zum Schluß noch was Persönliches, lieber Feuerring! Wann und wo habe ich je „glaubcntoses Koschercssen und Tcfillinlegen" propagiert? Schalom! Ihr Walter Roth, Berlin