Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1917
- Issue
- 36 (Juli 1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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438 tisch zu arbeiten. Man brauchte sich früher nur einen Clubabend anzusehen. Einige wenige und meist immer dieselben, die mitredeten. Zu sagen hatten sicher alle was gehabt, aber — —. Ich spreche wahrhaftig nicht gegen allgemeine Bildung. Aber ich meine, und das gilt im besonderen für die jüngeren unter uns: Wenn jeder in jedem Augenblick das ehrliche Bewußtsein hat, nie nachzulassen, „steh strebend zu bemühen", sollte ihm das genügen. Zum Universalgenie kann man sich nicht heraufzüchten. Gewiß, wir alle, die zum H.-C. gekommen sind, sind (oder waren doch) Werdende. Die Zeit, in der wir die zionistischen Grundlagen empfangen, ist auch die, in der sich unsere Persönlichkeit erst entfalten soll. Es ist unser aller Glück, daß unsere persönliche Entwicklung um soviel leichter ist, da wir mit vielen anderen zugleich kämpfen, deren Sorgen, Fragen und 'Hoffnungen dieselben sind wie unsere eigenen. Eins sollte dabei nie vergessen werden: Wir sind für den 11.-B. da und der H.-B. für die Bewegung und nkht beide für uns. Der H.-B, darf keinesfalls für den einzelnen nur das Springbrett sein, von dein aus er seinen ttug ins Lehen nimmt, das ihm nur Mittel für seine persönlichen Zwecke ist. Für manchen temperamentvollen Jungen wird hier ein großes Maß Selbstdisziplin erforderlich sein. Wenn es nicht ausreicht, haben die älteren einzugreifen. Videant oonsules. — Die Hauptforderung ist, darüber sind wir uns heut wohl alle einig (ich konnte es auch anläßlich meines letzten Urlaubs in Unterhaltungen mit bekannten Bbr. Bbr. übereinstimmend feststellen) : Stärkstes Betonen des kaufmännischen Elements in unserer Arbeit. Darin hatt bisher bei uns fast völlig gemangelt. Während wir uns über d;is Prinzip alle klar waren, hatten wir doch von der Durchiühntng in der Praxis nur geringe Vorstellungen Jeder rl.-C.cr sollte stell das durch den Kopf gehen lassen und seine Ansichten und Vorschläge bringen. Währemi Margulies nach einer längeren interessanten Vorlesung über Deutschlands Kriegstinanziening vor allem die Aus biklung der kaufmännischen IVrsönlichkeit fordert, um diese dann mit ihrem ganzen Gewicht für die Bewegung einzusetzen, nennen £>te schon l>cstimnrtv Arbeitsgebiete: Agrarbank, Palästina-Landbureau, Sendung von kauimannischcu Arbeitskräften in die zionistischen Organisationen usw. Aulteiiarheit! Es ist gleich, ob einzelne von uns oder in dem und jenem halle mal der Bund als solcher etwas Knallen wird. Der Einzelne vertritt den Bund und der Bund jeden Einzelnen. Aber auch dann, wenn wir beginnen wollen, beschranken wir uns, indem wir das wenige, das wir anlangen, auch möglichst vollkommen schaffen. Ich bin gegen zuviel unnötige Neugründuugen. Was angefangen wird, sollte auch