Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1917
- Issue
- 36 (Juli 1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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437 tischer und Außenarbeit waren bisher nichts als Versuche in der und für die Organisation zu arbeiten. Dabei will ich nicht verkennen, daß hier zum ersten Male der Versuch gemacht wurde, Arbeit zu verrichten, die ausschließlich wir das Recht und die Pflicht hatten zu leisten. Und dennoch ist es eine große Kurzsichtigkeit, unsere Arbeit auf die Bedürfnisse der .Organisation zuzuschneiden. Erst wenn die Organisation willens und in der Lage ist, uns für unsere Mühe zu entschädigen, ausreichend zu ent- *.liä<igen, erst dann können durchgebildete und bewahrte Kaufleute Ihre ganze Kraft in ihren Dienst stellen. Dann erst, dann aber auch ganz. Vorher ist zwar jedes bemühen gut gemeint, aber halb und schwach. Halten wir uns stets vor Augen, daß die Organisation nicht das Volk ist, sondern kwr ein Mittel, ein Mechanismus. Seien wir uns femer bewußt, daß nicht die Anderen, sondern w i r das Volk sind, daß wir dem Volke am besten dienen, wenn wir uns dienen. Noch eins. Stellen wir uns auch in rein jüdischen Dingen keine unmöglichen Aufgaben. Begnügen wir uns auch hier mit Möglichem Und Selbstverständlichem. Versuchen wir nicht, Ohettomauem wieder aufzurichten, und fast möchte ich sagen: hüten wir uns vor dem törichten Versuch, uns nach Osten assimilieren zu wollen! — Im Felde. Fritz Kraft-Hannover. Lieber Feuerring! Sie haben ins Schwarze getroffen: „Nüchternen Idealismus" brauchen wir. Wir wollen das Wort nicht vergessen. Was ists, was uns besonders gestört hat in unserer Arbeit der letzten Jahre? Es fehlte uns, wenigstens vielen von uns, die «iahe, sich zu beschränken. Jedes neue Buch auf irgend einem tiebiete, es brauchte noch nicht einmal sensationell im üblen Sinne zu sein, mußte man gelesen haben oder doch davon wissen. Keine neue Bewegung, kein neuer „ismus" konnte aufkommen, ohne daß man irgendeine Stellung dazu haben mußte, und wcnn's ein hilliges Schlagwort war. Man war der Sklave der Zeitungen aller Richtungen. Zu allem mußte man was sagen können. Jeder wollte ein kleiner Faust sein, „mit seinem Oeist das Höchste und Tiefste greifen"! Ich kenne sonst prachtvolle Jungens unter um, die aus lauter Angst, sie könnten ach in irgendeiner Fr ige ..blamieren", geradezu unfähig grworden sind, ve.nünf'Jg tuül prai-