Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1917
- Issue
- 35 (Apri 1917)
- Date
- 1917-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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398 Mitglieder unseres Bundes den Fragen, die den Bund betreffen, der Arbeit indifferent gegenüberstehen können. Es prüfe sich ein Jeder! Ich sprach eben von der eminent notwendigen sittlichen Forderung, denn mit ihr steht und fällt der Bund. Alles Offizielle und bisher Ausgeführte ist jedoch schon in ihr enthalten. Und jede geplante Neuerung und jede Anregung muß sich an sie anlehnen. — Im Deuteronomiutn heißt es: „Denn dieses Wort (es ist vorher von dem Pflichtgebot die Rede) ist Dir sehr nahe. Mit Deinem Munde — durch die Lehre — und Deinem Herzen — durch Oanzheit — sollst Du es erfüllen." Und in demselben Kapitel steht geschrieben: „Und ich rufe heute den Himmel und die Erde, das Leben und den Tod, den Segen und den Fruch als Zeugen wider Euch. Und Du sollst das Leben wählen, damit Ihr fortlebet und Euer Samen." Im Felde. Max Kober, Breslau. Hilfsdienstpflicht. Eine Entgegnung an Robert W c 11 s c h. Die letzten H.-B.-Blätter beschäftigten sich vornehmlich mit der Frage unserer zukünftigen Friedensarbeit; alle Aeußerungen ließen den heißen Wunsch nach zionistischer Betätigung erkennen, während gleichzeitig in sämtlichen Vorschlägen die zweckmäßigste Arbeitsteilung einerseits zwischen zionistischem Wirken und andererseits der beruflichen Tätigkeit sowie Pflichten gegen Elternhaus usw. erwogen wird. Man erkennt eben immer deutlicher, daß alle noch so schönen Theorien in der Praxis der zionistischen Arbeit versagen müssen, weil das Reale dem Idealen im Wege steht, weil es sich nicht darum handelt, zu gleicher Zeit zwei Herren zu dienen, die gleichartige Leistungen von uns fordern, sondern weil sich hier notwendiges Pflichtbewußtsein unserer den ganzen lag in Anspruch nehmenden beruflichen Tätigkeit und die zionistische Arbeit, der wir unser Lebensinteresse geweiht haben, gegenseitig hindernd gegenüberstehen. Diese Erkenntnis sowie der feste Wille, unser zionistisches Schaffen strenger geregelt und intensiver zu gestalten, dürfte wohl die Ursache der Forderung sein, mit der sich letzthin Robert Weltsch mit seinem Dienstpflichtgedanken in der Jüdischen Rundschau an die zionistische Jugend gewandt hat, und es ist sein zu bedauern, daß dieser erste „praktische" Wink des geschätzten