Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1917
- Issue
- 35 (Apri 1917)
- Date
- 1917-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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395 Wieviel Kaufleute sitzen im Palästinaamt? Wie Stents mit PLDC, Bezalel, Jüdischem Verlag? Wer ist im Geschäftsführenden Ausschuß der Z. V. f. D.? Und denkt an die Zukunftsaufgaben: Woher sollen bei der Schaffung einer Agrarbank, eines Kolonisationsfonds die nötigen kaufmännischen Verwalter und Organisatoren kommen? Woher die Menschen für ein großes Palästina-Landbureau, das ich mir nach dem Kriege mit dem Sitz in Berlin, Wien, London, Petersburg und Odessa denke, das alle Kraft daransetzen müßte, jeden bewußten Juden für Landkauf in Palästina zu interessieren, ihm mit Informationen und Offerten zur Seite zu stehen, seine Empfehlungen zu verwerten usw. Je größer unsere Arbeit in Palästina wird, desto mehr Kaufleute werden wir dort brauchen. Und um schließlich auf ureigenstes Gebiet zu kommen: Sollen wir die zionistische Propaganda unter der kaufmännischen Jugend in derselben schlechten, planlosen, aller Iniative baren Weise geschehen lassen wie bisher? Wir können der Partei ungeheuer viel geben, wenn wir unsere Kräfte richtig zu organisieren und zu verteilen verstehen. Walter Roths Anregungen möchte ich unterstreichen: Arbeitsteilung und Beratung aller kaufmännischen Fragen der Organisation durch ein paar ausgewählte Einzelne von uns, die sich ständig mit den Dingen zu befassen und in Zusammenkünften ihre Meinung zu klären haben. Weitere Einzelheiten sollen ein anderes Mal behandelt werden. Daß die berufliche Arbeit nicht zu vernachlässigen ist, ist bereits gesagt worden. Nicht wegen der geäußerten, wie mir scheint etwas naiven Ansicht, daß „wir Geld erwerben müssen, um e« der Organisation zur Verfügung zu stellen". Unsere Not ist eine Menschennot. Wenn wir die Menschen haben werden, wird das Geld kommen. Ich kann hier Erich Roth zustimmen: Wir brauchen königliche Kaufleute. Aber nicht solche, die sich mit der „Zwei heit des Seins und der Einheit des Lebens" quälen, sondern solche, denen das Jüdische in entscheidender Stunde einmal das Primäre geworden ist, die den Zionismus als das tiefste Erlebnis ihrer Jugend mit sich tragen; die der Idee der Renaissance rastlos dienen und ihren eigenen Wert für die nationale Arbeit in der Sachlichkeit ihres Idealismus erkennen, der ihnen eines Tages in voller Reife den Weg zum selbstgesteckten Ziel weisen wird — ins Land der Väter als Heimat ihrer Söhne. Isaak Feuerring, Halberstadt, z. Zt. Stockholm.