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Herzl-Bund-Blätter · 1917-04-01 · 35 (Apri 1917) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1917
Issue
35 (Apri 1917)
Date
1917-04-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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304 obligatorisch bleibende militärische Jugendausbildung) und jüdischzionistische Selbsterziehung zu verteilen ist. Beweist nicht die Aufzählung schon, daß uns gerade soviel Zeit bleibt, uns das Jüdisch-Allernotwendigste zu erwerben, solange uns nicht von Kindheit an eine jüdische Atmosphäre umgibt. Und die ist nur in Palästina vorhanden und selbst ein Surrogat hier erst nach einer Arbeit von Generationen wenn überhaupt — zu scharfen. Jedenfalls entsteht eine solche Atmosphäre nicht „durch Erkenntnis dir Vorbereitung des Messias als Aufgabe der jüdischen Geschichte1', nicht durch glaubenloses Koscheressen und Tefillinle^en, nicht durch Anerkennung der „mit religiösem Gewand bekleideten Form" als der unseren. Zu diesen Irrtümern kann nur der kommen, dem nicht früher diese Formen heilig waren, bis er sich eines Tages ihrer Leere für ihn bewußt war. Es kommt für uns, wie Roth und Rosenblüth richtig sagen, darauf an, die Synthese zu finden zwischen Ideal und Leben. Wir können diesen Ausgleich nicht erreichen, wenn wir (das Altherrenpioblem!) eine Idealisierung fordern, die sich im Leben nicht halten läßt. Rosenblüth hat treffend angedeutet, daß unser — der Knufleute Zionismus dabei zugrunde gehen würde. Und unfähige, schlechte Kaufleute dürfen wir auch nicht werden. Nicht zum mindesten deshalb, weil wir ja der nationalen Arbeit das rauben würden, was uns ihr wertvoll machen soll. Palästina-Quietismus in dem Sinne, wie ihn Bhimenfeld auf dem Delegiertentag angeführt hat, ist eine Beschönigung für Nichtstun aus Bequemlichkeit oder aus Faulheit, ist außerdem unlogisch und unnational. Denn die große Not unserer Bewegung ist nichts als eine Menschennot, nie haben wir das stärker empfunden als in dieser Zeit. Wenn da jemand dem Palästina-Quietismus anhängt, hat er nie den Sinn nationaler, für die Allgemeinheit wirkender Arbeit erkannt, sondern den Zionismus als Heilmittel für seine persönliche Unbefriedigtheit mißverstanden. I K r Zionismus ist in erster Linie dazu da, die Frage des jüdischen Volkes zu lösen, nicht das Individualitätsproblem des einzelnen Zionisten, wenn wir allerdings auch glauben und vorahnen, daß in einem normal lebenden, glücklichen Volke auch der Einzelne die Bedingungen für sein individuelles Glück finden wird. Tatsache ist aber - und darin werden alle aktiv zionistisch Arbeitenden mit mir übereinstimmen daß uns die nationale Arbeit auch hier schon freudiger, glücklicher, befriedigter macht. Und keine nationale Arbeit ist zu gering. Ich komme damit zur zweiten Frage. Welch weites Gebiet eröffnet sich unserem Bund! Ich kann heute nicht mehr auf interne Organisationsfragen des Bundes eingehen. Das soll später geschehen. Aber sehen wir uns in der Gesamtorganisation um: U'arum sind wir mit fast allen ihren Bureaus unzufrieden? Wer lind die Aufsichtsratsmitglieder der Bank, die Oovernors des N. F.?

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