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Herzl-Bund-Blätter · 1916-12-01 · 34 (Dezember 1916) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1916
Issue
34 (Dezember 1916)
Date
1916-12-01
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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306 Eugen Lutzer. Wieder hat uns der Krieg einen unserer Besten und Treuesten entrissen. Im Kampfe gegen die Italiener fiel am 12. Oktober am Isonzo bei einem (iegenangriff unser lieber Eugen Lutzer, nachdem er kurz zuvor noch zum Kadettaspiranten bei einem österreichischen Infanterieregiment befördert worden war. Wem „es vergönnt gewesen ist, mit diesem sonnigen, lebensfrohen Menschen, diesem von glühender Liebe zu unserem Volk und zu Erez Israel erfüllten Zionisten Seite an Seite zu arbeiten, ihm Freund zu sein im schönsten Sinne des Wortes, dem wird es* bitterschwer an die furchtbare Tatsache zu glauben. Wir sollen unseren lieben, guten Lutz nicht wiedersehen, ihn, den niemals die Hoffnung verlassen hatte, nach dieser blutigen Zeit mit verdoppeltem Eifer für unser leidgeprüftes Volk kämpfen zu können? Und wir sollen diesen prächtigen, mit hohen geistigen Fähigkeiten ausgestatteten Jungen fürderhin in unseren Reihen, vor allem in dem ihm so lieb gewordenen Hamburger H.-C. missen? Eine tiefe Lücke reißt dieser Verlust wiederum in unseren Kreis und groll ist unsere Trauer. War Lutzer es doch, der durch eigenes Beispiel die Clubbrüder immer wieder zu emsigein Schaffen anregte, wenn einer die Hände in den Scholl legen wollte. Als er einst zu uns kam, hatte er als ehemaliges Mitglied einer zionistischen Mittelschülervcrhindung in Prag schon ein gut Teil zionistische Jugendarbeit geleistet, und die Erfahrungen, die er von dort mitbrachte, sind dem Hamburger H.-C. sehr zustatten gekommen. Seine Anregungen und Wünsche, die stets auf die I <irderung unserer Art>eit und des Clublebens gerichtet 'waren, fanden immer freudigen Widerhall. Wenn er zu uns sprach, sei es im Club oder im intimen Freundeskreise, so lauschten wir gern seinen von hohem sittlichen Ernst getragenen Worten, die er gar oft mit einem wundervollen Humor zu würzen verstand. Auf dem Gebiete der Nationalfonds-Arbeit war er in Hamburg rastlos tätig, und die hebräische Sprache propagierte er nicht nur, sondern er widmete sich ihrem Studium mit liebevoller Hingebung. Auf dem ersten Bundestage in Berlin veitrat er den Hamburger H.-C. als Delegierter. Lutzer war es auch, der im Hamburger Cluh zum ersten Male auf einen innigeren Zusammenschluß der Clubbnider hinwirkte und immer selbst mit gutem Beispiel vorangehend - - den Cluh zu einem wirklichen Freundesbund gestaltete. Die Freundschaft aber, die dieser Brave einst pflanzte, wird bei uns weiterblühen. In Dankbarkeit und Treue wollen wir an ihn denken, an den gefallenen Helden in der fremden Erde. M. S.

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