Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1916
- Issue
- 34 (Dezember 1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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365 schön w äre das, wenn es wahr wäre. Nein, ich sehe gerade hier die Hauptfrage in der ganzen H.-C-Arbeit. Der Altherrenbund, der kommen muH, erscheint mir wohl als Ansatz zur Lösung, aber noch lange nicht als die Lösung. Diese kann uns einzig und allein aus schärfster Arbeitsteilung kommen. Unsere „Freiheit" wird wohl darunter noch mehr „leiden", als bisher. Es führt zu ewigen Schwierigkeiten, wir haben das in Erfahrungen von vielen Jahren immer wjeder einsehen müssen, wenn jeder an der ganzen Arbeit gleichzeitig Anteil nimmt. Wir können unsere Arbeit nicht auf Genies einstellen, die hundert Dinge gleichzeitig verdauen, sondern müssen mit einem guten Durchschnittsniveau rechnen. So meine ich, daß wir bei Beginn jeden Arbeitsjahres den Club in fünf, zehn Gruppen einteilen, deren jede ein bestimmtes Arbeitsprogramm hat, ich möchte beinahe sagen, einen Stundenplan. Ich höre schon den Vorwurf, ich will eine zionistische Akademie schaffen. Nichts weniger als das. Zur gemeinsamen Fröhlichkeit, zur heiteren Geselligkeit muli und Wird uns immer Zeit bleiben, wie es immer gewesen ist. Aber w enn wir mit dem nötigen Ernst an die Dinge herangehen, können wir zu keiner anderen Lösung kommen als schärfste Teilung der Arbeit. Wir sind ja nicht H.- C. er auf ein Jahr, wir sind es ja für unser Leben. So werden wir fähig werden, nach und nach alle unsere Aufgaben zu erfüllen. Nur so werden wir unseren Bund ZU weiterer Blüte bringen, der Bewegung die Kräfte zur Verfügung stellen, die sie braucht und uns selbst zu Menschen erziehen, auf die die jüdische Gemeinschaft stolz sein kann. Rastlose und energische Tätigkeit wird das beweisen. Ich schließe mit den Worten aus Goethe« „Faust": Dann mag Schmerz und Genuß, Gelingen und Verdruß Miteinander wechseln soviel es kann, Nur rasttos betätigt sich der Mann!