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Herzl-Bund-Blätter · 1916-12-01 · 34 (Dezember 1916) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1916
Issue
34 (Dezember 1916)
Date
1916-12-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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Mi denken. Mein Bruder schrieb von einein jüngeren H. (i. er, der die Ansicht vertrat, zunächst sei unsere Hauptaufgabe, einfach Oeld zu verdienen. In dieser Formulierung ist das gewiß sehr einseitig, aber schon im Interesse der Bewegung ist es von allergrößter Wichtigkeit, daß wir alle finanziell so gut als irgend möglich dastehen. Was der H. C. als solcher dazu tun kann ist wenig. Von der Arbeitsteilung, die unsere Beteiligung am Clubleben regeln soll, wird unten die Redtsein. Von einer Stellenvermittlung von einer Zentralstelle aus, die öfters angeregt worden ist (auch wieder in der Kriegs/eit) verspreche ich mir nicht viel. Ich denke doch, daß der Zusammenhang unter uns längst so ist, daß mit oder ohne Vermittlung des Präsidiums von Fall zu Fall die Bundesbrüder der gleichen Branche in Verbindung stehen können, wenn es sich um eine Stellung handelt. Ein schematischer Stellennachweis scheint mir schon deshalb unzureichend, weil wir als Juden ja doch immer unsere besonderen Wünsche haben, die sich meist nicht auf die üehaltsfrage beschränken. So jst persönliche Fühlungnahme immer Notwendigkeit. Nun ist immer wieder die Rede davon, es wäre darauf hinzuarbeiten, unsere geschäftliche Tätigkeit mit unserem zionistischen Wollen zu verbinden. Das klingt wirklich außerordentlich verlockend, wozu aber solche Forderungen aufstellen, die in der Praxis doch in 09 von 100 Fällen undurchführbar sind. Zugegeben, daß es dem einen oder anderen hier und da mal möglich sein wird, in Ausübung seines Berufes, Hinweise auf unsere palästinensische Arbeit zu geben, die der Sache nützlich sind. (Ich denke hier z. B. an einen Artikel unseres Hans dos lar, den er als Redakteur des „Phitus" dort über palästinensische Kolonisation schrieb.) Hüten wir uns aber, in unserem Kreise bestimmte Hoffnungen zu nähren, unsere Ideale ins Kaufmannsleben übertragen zu können. Besonders unsere Jungen kann das nur verwirren. Das Idealste, was wir tun können, bleibt immer noch, viel (iekl zu verdienen und es dann der Bewegung zur Verfügung zu stellen. Ein ganz anderes üesicht bekommen diese Dinge, sobald wir die Möglichkeit einer Uebersiedlung nach dem Orient in absehbarer Zeit ins Auge fassen. Es ist vielfach sicher sehr richtig gesagt worden, daß für kapitalkräftige, junge Kaufleute eine Uebersiedlung etwa nach Smyrna oder Kairo für unsere Ziele nützlicher sein kann, als eine Ansiedlung in Palästina selbst. Aber auch wenn wir vorläufig nicht daran denken können, ist eine gute Kenntnis des gesamten orientalischen Wirtschaftslebens für uns eine Conditio sine qua non. In Berlin ist in dieser Beziehung schon gearbeitet worden. Es ist vielfach über die Türkei und türkische Wirtschaftsfragen sowie über orientalische und speziell palästinensische Wirtschaftsmöglichkeiten referiert worden.

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