Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1916
- Issue
- 34 (Dezember 1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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350 Sprache lernen. Sondern der tätige Wille zur Erneuerung ist es, aus dem heraus das hebräische wieder zur nationalen Sprache, zu unserer Sprache geboren wird. Wie die Kathedralen des Mittelalters entstanden aus dem Schaffen von Generationen und aus der tätigen Mithilfe eines jeden einzelnen, so wird auch unsere nationale Kultur nur aus der Erneuerung, die in jedem einzelnen von uns sich vollzieht, geboren werden. Kehren wir nun zu unserer engeren Gemeinschaft zum Herzl- Bund zurück und halten Umschau und fragen: Was ist zu tun?1') Die Frage kommt auf, ob man überhaupt irgendwelche speziellen Forderungen für den ganzen Bund aufstellen kann. Ich persönlich halte das nicht für möglich. Man weiß bei uns im allgemeinen noch gar nicht, aus wie heterogenen Elementen sich unser Bund zusammensetzt.'") Die Art und Form unserer Ausbildung und unseres Zusammenhangs, wie ich sie weiter unten skizziere, wird im Großen und Ganzen überall die gleiche sein. Wie sich die Dinge im einzelnen gestalten, läßt sich heute noch nicht übersehen. Der Uebergang zu unserer Friedensarbeit wird sich nur allmählich vollziehen. Ich sehe von den technischen Schwierigkeiten (wirtschaftlichen Interessen der Heimkehrenden, organisatorischen Schwierigkeiten etc. etc.) ab, und denke am daran, wieviel Freudigkeit und Zuversicht der Krieg manchem, der ihn draußen erlebte, geraubt haben mag. Es wird viele harte Ueberwinduhg kosten, bald wieder die richtige Arbeitsfreude und den nötigen Zusammenhang mit der veränderten Sachlage zu finden. Man täusche sich hierüber nicht. Aus der Ferne betrachtet sehen die Dinge wohl einfacher aus, als sie es aus unmittelbarer Nähe sind. Ich möchte im folgendem verschiedene Einzelpunkte unserer kommenden Arbeit vom rein organisatorisch-technischen Standpunkte aus beleuchten. Ich betone jedoch hierbei ausdrücklich, daß, so wichtig mir die Diskussion über diese Dinge, die ') Es gab i um Zeil, wo ich erklärte, „nur auf die Menschen kommt es an, die wir haben, auf die altein und auf ihren Willen." (H.-B-Blätter Nr. 18/1«. Iiiiii Juli IQU) l>ieser Standpunkt ist ebenso richtig. wie bequem. Ich möchte hier bekennen, dal) er mir heule eine Gefahr bedeutet, weil er das eigentliche Problem verwirrt und die Schwierigkeiten wie auch die Ziele verschleiert '") Eine aus Mangel an genügendem Tatsachenmaterial ziemlich oberflächliche Untersuchung, die ich vor etwa 1',? jähren vornahm, zeigte mir die Verschiedenheit der einzelnen Chibs und ihrer Zusammensetzung. Die Arbeit befaßte sich mit dem Durchschnittsalter, der zionistischen Reife, der sozialen Stellung der Club* bezw. ihrer Mitglieder sowie mit dem verschiedenartigen Leben der Stadt und des Milieu«. Auch die verschiedene Anzahl der nicht bei ihren Angehörigen wohnenden Hundesbruder wurde, wegen der Beschaffung eines eigenen Heims und de« Lehens darin in Zusammenhang mit der Intensität de« Zusammenhang«, berücksichtigt