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Herzl-Bund-Blätter · 1916-12-01 · 34 (Dezember 1916) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1916
Issue
34 (Dezember 1916)
Date
1916-12-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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347 solange wil ein Erziehungsprogramm und kein Programm der „praktischen Arbeit" in den Vordergrund stellen; daß die hier behandelten Fragen Ausgangspunkte unserer ganzen Friedensarbeit zu sein haben, und keine anderen. Nicht nur weil der ganze Zionismus im Kriege umgelernt hat, indem er, wie Hugo Bergmann sagt, „den Menschen in den Blickpunkt stellte", sondern auch weil alle unsere praktische Tätigkeit und unsere organisatorischen Maßnahmen, — genau so wie die des großen Zionismus, — Wort und Pose bleiben müssen, wenn nicht die Kräfte vorhanden sind, aus denen allein Wirklichkeiten in unserem Sinne erwachsen können. Hiermit ist unser Standpunkt in der Frage intensiver oder nicht intensiver Zionismus schon gegeben. Für die nationalen Jugendverbände, soweit sie auf dem Grundsatz der selbst gewählten Gemeinschaft beruhen, kann die Aufgabe nur lauten: ganz bewußte, eindeutige Beeinflussung des jungen Menschen zum intensiven Nationalismus. Denn wie und woher sollten diese intensiven Zionisten kommen, wenn nicht von Gemeinschaften unserer Art?4) Unsere Erziehung muß solche Menschen schaffen, die sich selbst gegenüber in ihrem Zionismus keine Kompromisse kennen, sich selbst gegenüber radikal sind. — Rein formal, möchte ich hier gleich einschalten, darf unsere Erziehung nur auf dem Grundsatz der „Freiwilligkeit und eigenen Verantwortlichkeit"6) aufgebaut sein. Es kann nie und nimmer unsere Absicht sein, unseren Jungen und uns selbst etwas vorzumachen oder einzupauken, sie tendenziös zu beeinflussen. Nur wer frei wählt, kann sich wahrhaft entscheiden. Mitläufer kann eine selbstbewußte Gemeinschaft auf die Dauer nicht vertragen. Was sollen nun die Wege und ürundtatsachen der jüdischen Erziehung sein? Ich bin heute noch nicht im Stande, auf diese Frage, die wichtigste der zionistischen Gegenwartsarbeit, eine Antwort zu geben. Ich kann und will nur eines in den Vordergrund stellen, das mir zu betonen nie wichtig genug erscheint. Schon neulich ist hier gesagt worden, man müsse ein besserer Mensch werden, ehe man sich Zionist nennt. Ein besserer Mensch, das ist ein wahrer, ein guter Mensch. Hierbei hat meines Erachtens alle zionistische Erziehung einzusetzen, sofern sie sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Menschen und unserer Zukunft bewußt sein will. Denn nur der sittliche Mensch wird verwirklichen können, nur der „bessere Mensch" den Zionismus erfüllen. Das *) Daß wir sozusagen H.-C. politisch diesen Orcnatandpunlcl nicht einnehmen dürfen (bei Aufnahm«. Propaganda u«w.) ist wohl klar *) Ibwn, Frau vom Meer.

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