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Herzl-Bund-Blätter · 1916-08-01 · 33 (August 1916) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1916
Issue
33 (August 1916)
Date
1916-08-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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311 ntchten. — Wenn wir nur bald soweit wären, daß wir uns ehrlich, aber auch mit ganzem Herzen wehren dürften gegen solchen Vorwurf. — Dann ist alles gut. — Kritik—Satyre! Das sind zwei Dinge, von denen wir uns vorläufig ganz fernhalten sollten. — Wenn 'wir eins geworden sind, innerlich sicher und ganz unbefangen, dann mögen wir auch dazu wieder zurückkehren. Dann auch werden wir diese Waffen meisterhaft handhaben. Wehe dann denen, die ihre Schärfe trifft! Philister — man muß nicht glauben, das seien nur Menschen, die allem Jugendlichen, Ausgelassenen feind sind, nicht über ihr Glas Bier und ihren Kriegerverein hinauskommen. — leb meine die Worte „Philister" und „philisterhaft" bezeichnen Begriffe, die in allen Abstufungen möglich sind. — Es gibt sogar Philister, die für Natur und Kunst schwärmen, Wandervögel sind und wer weiß was sonst noch. — Nur will ich lieber mit einer armen Schreiberseele, die im Leben wohl nichts in sich aufgenommmen hat als vielleicht die Schnörkel ihres Besitzers, wandern, Natur und Kunst preisen, als mit jenen Menschen. Bei den Juden des Balkans. Von Egmont Woititz, Berlin. Etwas nachträglich und nicht ganz getreu komme ich Euerm Wunsche nach, einiges über die serbischen Juden mitzuteilen. Es war mir wegen der seiner "Zeit in Serbien bestehenden Vorschriften nicht möglich, von dort einen Bericht wie den folgenden zu schicken, auch wäre es von geringem Interesse gewesen, über das Leben eines gewissen Bruchteils der Bevölkerung des Landes Mitteilung zu machen, das eben noch vom Feinde förmlich ausgefegt war, und in das mich das Kriegsgeschick verschlug, als die Geflüchteten und interniert gewesenen zagenden Herzens zurückkehrten und, wie ich in Belgrad oft beobachten konnte, innerhalb der Brandmauern ihrer ehemaligen Behausungen irrend, suchend, was nun beginnen. Immerhin — auch dort konnte ich mich davon überzeugen, daß der Jude sich ins Unglück findet — es gehört zu ihm wie eine ererbte Gewohnheit. Tatsächlich waren unter den Bewohnern Belgrads, die nach der Eroberung zuerst heimkehrten, die Juden zahlreich vertreten. Und bald kroch manchenorts neues Leben ans Licht. Wo gestern noch Pferde in den verlassenen Läden untergebracht waren, da stand auf einmal ein wackeliger Stuhl, ein Tisch und ein paar

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