Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1916
- Issue
- 33 (August 1916)
- Date
- 1916-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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290 erster Linie ein wirtschaftliches Unternehmen. Wenn endlich einmal in der zionistischen Arbeit geschieden werden wird zwischen Akademikern und Kaufleuten, dann wird jenen alles vorhergehende theoretische Grundlegen, uns alle sachliche, ausführende Arbeit zufallen. Damit ergibt sich die Frage: was können wir tun um dieser Entwickhing, die zweifelsohne kommen wird, die Wege zu ebnen. Es ist zunächst etwas unvollkommenes, unscheinbares: die Berücksichtigung der kaufmännischen Dinge in unserm Vortragssystem; volkswirtschaftliche Kurse, Vorträge und Arbeiten, die die materiellen Grundlagen unserer Bewegung und Kolonisation untersuchen und kritisieren, von dem für uns hier einzig maßgebendem wirtschaftlichem Standpunkt aus. Mehr werden und sollen wir in der ersten Zeit vom Herzl-Bund aus nicht tun. Ich halte die Pläne, die irgend eine „Gründung" des Jiend- Bund in Palästina oder hier beabsichtigen für phantastisch, zumindesten, immer vom Herzl-Bund aus gesehen, als überflüssig. Max Sternberg hat ganz recht, wenn er aus Gründen des Risikos diese Arbeit für den Herzl-Bund ablehnt und dessen Aufgabe einzig darin sieht „Fingerzeige" zu geben. Als einen solchen möchte ich vorschlagen, alle die von uns, von denen wir wissen, daß sie tüchtige Kaufleute sind, vom Präsidium aus nach dem Frieden zusammen zu bitten und — nachdem ein jeder die Oedanken und Möglichkeiten dieser unserer Aufgabe durchgearbeitet hat — sich hierüber auszusprechen. Es ist nicht nötig, daß jeder seine Gedanken über irgend welche praktischen Schritte hier darlegt und begründet, da so nur Verwirrung und Ueber- Schätzung der eigentlichen Arbeit entstehen kann. Wichtig ist, was hier versucht wurde: den Gedanken der Außenarbeit als absolut zugehörig zu unserer ganzen Arbeit einmal erkannt und umschrieben zu haben. Nicht nur als Forderung des Zionismus und als Aufgabe des Herzl-Bund, sondern auch als Folgerung und Konsequenz unserer Zugehörigkeit zum Herzl-Chib und unseres ganzen Lebens überhaupt. — Ich darf wohl annehmen, daß ich nicht mißverstanden worden bin, wenn ich in diesem Zusammenhange Dinge nicht erwähnte, die selbstverständlich nach wie vor zu unserer Arbeit gehören Ich meine die Anfänger, Geschichts- und Patästinakurse, mein«.* Turnen und Sport und unsere Mitarbeit in der zionistischen Organisation und jüdisch-sozialen Arbeit. Ich weiß auch, daß die Durchführung dieser Gedanken Schwierigkeiten, technischer und anderer Art, schaffen wird. Das ist jedoch nebensächlich. Das Organisatorische versteht sich immer von selbst. Hier gab es zu zeigen, wie die Erziehung unserer Jungen ein Bau »ein muß, der von unten nach oben organisch aufgeführt wurde Ein fester Charakter, freudige Wahrheitsliebe und ein starker nationaler Wille, das seien ihre Grundlagen; jüdisches Wissen