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Herzl-Bund-Blätter · 1916-08-01 · 33 (August 1916) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1916
Issue
33 (August 1916)
Date
1916-08-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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298 Wir müssen, um die Wichtigkeit dieses Gedankens ganz begreifen zu können, uns an das erinnern, was Hugo Bergmann im ersten Heft des Juden schrieb. Daß nämlich das „Alt- Herren-Problem" eigentlich das ganze Problem der zionistischen Gegenwart sei. „Der Student, sobald er alter Herr wurde, vergaß seinen Zionismus; sein Leben, sein Beruf nahmen ihn voll in Anspruch. Seine wirklichen Sorgen ließ er zu Haus, wenn er in die zionistische Versammlung ging, Beifall klatschte, diskutierte und opponierte." Er hatte seine Aufgabe noch nicht gefunden, die da heißt: Jüdische Wirklichkeit zu gestalten. — Die Folge dieses Zustandes ist: Verschieben der zionistischen Verantwortlichkeit von einer Generation auf die andere; das Schlagwort, unter dem sich dieser gefährliche Prozeß vollzieht: Jugendpropaganda. Wir haben keine wichtigere Aufgabe als diesen Fehler aller bisherigen zionistischen Erziehung bei unserer Arbeit zu vermeiden. Wenn ich oben so großen Wert auf die Charakterbildung legte und auf die Gestaltung und Erziehung des nationalen Willens, so geschah das nicht nur um der Sache selbst willen, sondern um jedem von uns in den Jahren, in denen sich der junge Mensch umschaut und nach irgend einer Richtung hin entscheidet, einen Weg zu zeigen und Werte zu geben, die eine unerschöpfliche Quelle für sein ganzes späteres Leben sein können. Wer diese Erziehung, wenn sie nur richtig erfaßt wird, durchgemacht hat, der erst wird wirkliche Außenarbeit leisten, das nationale Motiv seines Lebens mit dem sozialen wahrhaft verbinden können. Für ihn wird zionistische und Berufsarbeit ein und dasselbe sein, und indem er seinen Lebensunterhalt verdient, bringt er die zionistische Arbeit der jüdischen Zukunft näher. Das wissen wir, daß der Bauer in Palästina solche Arbeit leistet. Für uns gilt es hier im Gallith, wie auch drüben in Palästina, gleiches zu tun. In den Aeußerungen zum Thema Außenarbeit — und auch früher schon — war zum ersten Male das kaufmännische, beruflkhe Moment unseres Bundes betont. Wir sprachen davon, daß wir als Kaufleute es sein müßten, die die wirtschaftlichen Unternehmungen unserer Bewegung — und dies sind nach Aufgabe des politischen Zionismus, die wichtigsten, — in die Hand nehmen sollten. Eine gewaltige ungeheure Aufgabe tat sich vor uns auf. Es gilt sifh klar zu machen, daß wir 150 H.Cer heukdie einzig wirtschaftlich tätigen Zionisten sind, die in einer engeren Gemeinschaft zusammengeschlossen sind. Man mußte sich sagen, daß, wenn nur 50 von uns heute schon ihre berufliche Arbeit mit der für die zionistische Sache verbinden würden, viel gewonnen wäre. Uns Kaufleute lehrt der Beruf manches, was wir unmittelbar in der zionistischen Arbeit verwerten können. Alles organisatorische ist uns vom Aufbau des geschäftlichen Lebens bekannt; die Gewinnung Palästinas ist in

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