Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1916
- Issue
- 33 (August 1916)
- Date
- 1916-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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300 und zionistische Einsicht, das was ihnen Inhalt und Richtung gibt; die Verbindung ihrer eigenen Arbeit mit der ihres Volkes das, was sie einer froheren Zukunft in Freiheit und Einheit wert macht. Brief aus dem Felde. Von Oeorg Israel, Breslau. Liebe Bundesbrüder! Ich will Euch heute wieder einiges von mir und meinen Qedanken und den Leben und Dingen um mich erzählen. Gestern war ich noch im Schützengraben, lebte dort das so absonderliche Leben mit und mein Ohr war abgestumpft gegen die nie ganz aussetzende Knallerei. Mittags wurde ich abgelöst, packte meine sieben Sachen auf mein Pferd, das mein Kamerad mit heraus gebracht hatte und ritt meinem Dorfe zu. Letzter Tag im April wars und Regen und Sonnenschein wechselten einander ab. Und wie wohl ich in meinem Wäldchen, durch den sich unser Graben zog, genug vom Frühling gespürt hatte, hier draußen konnte ich ihn besser genießen. Und mir war zu Mute, als sei ich mit meinem Braunen auf einer Lustreise. Anderntags ganz früh — man hatte mir eine Stunde Schlaf geraubt — wurde ich zur Feldarbeit bestellt. Israel, um 6 Uhr Kartoffeln stecken, hieß es. Ich freute mich auf die Feldarbeit, aber das hatte ich ja noch nie gemacht. Erster Tag im Mai, und mir schien es, als sänge Himmel und Erde und Sonne mit den Lerchen um die Wette. Zwei Gespanne bekam unser Acker und ein paar Mann zum Kartoffelstecken. Wunderschönes ewig neues Bild des Pflügens, alles voll verhaltener Kraft. Die beiden Pferde, die den Pflug ziehen, der Mann, der Pflug und Perde regiert, aufgeworfene Erdfurchen, das weite hügelige Land, der blaue Himmel und die liebe Sonne. Die Arbeit beginnt. In die Furchen werden die Kartoffeln gelegt, eine zweite und dritte deckt sie wieder zu und so weiter. Man zeigt mir die Arbeit. Ich fülle einen Korb mit Saatkartoffeln und drücke alle fünfviertel Fuß eine Kartoffel an den unteren Rand der .Furche. Die Arbeit ist schnell zu begreifen. Schwerer ist die dabei notwendige Schnelligkeit. Die Pflüge gehen doch so langsamen Schritt — ich weiß es, denn ich habe selbst schon geflügt ,— aber mir kommt es vor, als wären es Schnelläufer, die mich jagen. Ich arbeite ohne aufzusehen, lasse mir auch vor den anderen nichts merken, und es geht so ziemlich. Mir fillt das Beispiel vom Wettlauf zwischen den Hasen und dem Swinegel