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Herzl-Bund-Blätter · 1916-08-01 · 33 (August 1916) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1916
Issue
33 (August 1916)
Date
1916-08-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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205 Grundsätzliches zu unserer Friedensarbeit. Von Erich Roth, Berlin. Es war einer unserer besten, der einmal über Jugendlichkeit im Herzl-Bund schrieb. Immer und immer wieder wird diese Frage die Mahnung und Vorwurf zugleich ist, bei uns auftauchen, bis wir ernstlich und bewußt daran gehen werden, sie zu lösen versuchen. — Es gibt einen tiefen eirund Jür die Erörterung dieser Frage in unseren Reihen. Weil zwei Arten von Menschen in unserem Bund zusammengeschlossen sind, weil es zwei Pole gibt, von denen aus man H.Cer werden kann. Die einen, — und das sind zumeist die älteren und darum maßgebenderen von uns, — sind es geworden aus Zweckbewußtsein, die anderen, dies sind die jüngeren, aus Zielbewußtheit. Die ersten waren Zionislen, ehe sie in .den Herzl- Club kamen und sie schufen unsern Bund, um neue Zionisten zu gewinnen, der Bewegung und damit unserer Zukunft, durchgebildete, dem nationalen Gedanken treue Menschen zu erziehen. Die anderen sahen im Herzl-Club nicht nur die „zionistische Verbindung", sondern darüber hinaus auch die jugendliche Gemeinschaft. Den ersten waren wir eine Gemeinschaft der Arbeit, das zionistische Ideal stand ganz im Mittelpunkt all ihres Strebens und Zweck, Mittel es zu erreichen wurde ihnen der Herzl-Club. Die anderen glaubten in dem Zusammenkommen schon ein Ziel zu verspüren. Ihnen war alles zweckhafte hierbei zuwider. Die Tatsache, daß junge Menschen sich in einer Gemeinschaft zusammenfanden genügte ihnen, denn dieses war es, was ihnen gefehlt hatte. In den stillen Stunden, da die Zweifel an dem Sinn des Lebens in ihnen laut wurden, da inmitten der Aeußerlichkeit des Alltags und der Verzerrtheit ihres ganzen Seins immer von neuem die Frage nach dem Weg an sie herantrat, entstand das Verlangen in ihnen, Gleichgesinnte um sich zu haben, Freunde mit denen sie über das sprechen konnten, was sie weder Lehrern noch Eltern anvertrauen wollten; da entstand in ihnen die Sehnsucht nach der Gemeinschaft. — Diese beiden entgegengesetzten Pole, H.Cer sein aus zionistischer Pflicht uad H.Cer sein aus jugendlicher Not, müssen wir uns ganz klar vor Augen halten. Denn in der Notwendigkeit sie zu vereinen liegt meines Erachtens ein Kernproblem unserer künftigen Friedensarbeit. Ich sehe die Möglichkeit zu dieser Synthese in der Verwirklichung zweier Gedankengänge; die von jeher in unsern Reihen als wichtige Aufgaben erkannt und durchdacht worden sind. Wie für alles, so hat man auch hierfür zwei Schlagworte geprägt, die wir der Einfachheit halber übernehmen wollen: „Bildung

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