Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1916
- Issue
- 33 (August 1916)
- Date
- 1916-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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2Ö3 und was noch in der Heimat ist, sind junge Menschen, die zumeist während des Krieges zu uns gekommen sind. Unsere Arbeit bekam somit einen anderen Gesichtswinkel. Bei Vorträgen und Kursen, wie in der ganzen sonstigen Arbeit mußte hierauf Rücksicht genommen werden. Die Folge war, daß die wenigen Aelteren, die zurückgeblieben waren, im Herzl-Club nicht mehr das gleiche sahen, wie früher. Was da gelehrt und gesagt wurde, war ihnen längst bekannt und vertraut. In Berlin hat man in richtiger Erkenntnis dieser JLage eine Neuerung geschaffen. Die älteren Bundesbrüder finden sich außer an den Chibabenden an anderen Tagen zu gemeinsamen Besprechungen zusammen. Wir glauben, daß solche Zusammenschlüsse der Aelteren in den einzelnen Clubs nach dem Friedensschluß überall eine Notwendigkeit sein werden. Wir müssen uns daran gewöhnen, diesen rein äußerlichen und selbstverständlichen Unterschied, der zwischen Alten und Jungen besteht, auch in unserer ganzen Arbeit zu berücksichtigen. Welche Arbeitsgebiete sich diesen „arten Herren" eröffnen, mag später hier einmal grundlegend ausgeführt werden. So konnte unsere Arbeit die zwei Kriegsjahre nicht nur überdauern, sondern auch neue Gebiete sich erschließen. Nach innen und nach außen. Nach innen mit dem Eintritt der Jugend in unsern Bund, nach außen mit dem Anbahnen neuer Verbindungen und der Aufrechterhaltung unseres Zusammenhanges überhaupt. Denn, wie allüberall in der Welt es als ein Zeichen von Kraft und Stärke angesehen wird, daß die zionistische Organisation trotz Krieg und Feindschaft in allen Ländern erhalten wurde und der Zusammenhang zwischen den einzelnen Landesverbänden weiterbesteht so weiß man heute innerhalb der zionistischen Organisation, daß der Herzl-Bund ein fest geschlossenes Ganzes ist, eine Gemeinschaft, die trotz der Hemmungen, die die Zeit ihr entgegenstellte, ihren Weg gehen konnte. Es gibt noch ein anderes, als unser aller Empfindungen, was uns dieses sagt. Das sind unsere finanziellen Leistungen. Wir überschätzen gewiß nicht ihren absoluten Wert und sind der Ansicht, daß Geldgeben von jeher die einfachste und selbstverständlichste Sache im Zionismus war. Hier aber interessieren uns die aufgebrachten Gelder als Zahlen, als Gegenüberstellung zu früheren Jahren. An anderer Stelle geben wir unseren Buchabschluß für 1415 bekannt. Die Eingänge des Herzl-Bund-Fond weisen etwa 400 M. mehr als im Vorjahre und etwa 1000 Mark mehr als im ersten Jahre unseres Bestehens auf. Hierbei muß berücksichtigt werden, daß wir gegen die früheren Jahre 1915 etwa 1000 Mark für das Palästinahilfswerk und bbO Mark für unseren eigenen Hilfsfond aufgebracht haben. Aus diesen aufgebrachten Summen, die ein zahlenmäßiger Beweis für die Festigkeit unseres Bundes sind, kann mau vielleicht Folgerungen für den künftigen Frieden ziehen.