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Herzl-Bund-Blätter · 1915-12-01 · 31/32 (Dezember 1915) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1915
Issue
31/32 (Dezember 1915)
Date
1915-12-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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275 Deutsche, als Oesterreicher, als Russen, sondern vielmehr noch als Juden. Das bitterste, das gräßlichste in diesem Kampfe ist wiederum uns vorbehalten, denn in diesem Kriege, der auch über unsere Zukunft entscheiden wird, müssen wir uns selbst zerfleischen, muß Jude gegen Jude kämpfen, — ohne ihnen Feind zu sein, müssen wir vielen unserer Brüder, die wir befreien wollten, Wunden schlagen, viele dem Tode überliefern. Das Maß unserer Prüfungen ist voll, muß voll sein — Was kann uns grausameres noch geschehen? Darum denkt an Euch, an liuer Volk, wenn Ihr einst die Waffen ablegt. Aus diesen Trümmern um Ruch herum wird wieder neues Leben entstehen, auf all die Not und Pein wird wieder ülück und Ruhe folgen, und alle die Volker, für die die Juden heute kämpfen, werden morgen wieder in einer Welt des Friedens leben und schaffen. Denn für diesen Frieden kämpfen wir. — Soll nur Israel keinen Frieden haben? Ihr habt jetzt alle zu streiten gelernt, nicht nur in der Abwehr gegen Hure Feinde wie bisher, sondern auch mutig im Angriff. — So streitet denn für unser Volk, wenn Ihr einst zurückgekehrt seid aus diesem Kriege, kämpfet den zweiten, vielleicht noch schwereren Kampf, damit auch Israel frei werde und aus Blut und Leichen, aus Schutt und Trümmern neues Leben erwache! Jüdische Krieger, erkämpfet auch Eurem-Volke sein Land und seinen Frieden und baut wieder auf seinen Tempel! An Euch allein wird es liegen, ob unser Volk eingeschrieben werden soll in das Buch des Todes oder in das Buch des Lehens!" Bei den Juden Galiziens. Aus Briefen von Otto Lehrrann. Wir haben aus mehreren Brieten von Otto Lehmann, die noch aui dt-m Frflhjahr stammen, das Folgende zusammengestellt. Et muQ jedoch der Offenheit halber gesagt weiden, daß die Urteile Ober die galizischen Juden ke neswrgs so gut sind, wie et nach den Briefen Otto Lehmanns scheinen sollte, die ja schließlich nur ein Bild ihres Lebens geben wollen. Allgemein hören wir, dalt die Juden Polens und vor allem RitfJiamK ein Wetl besseres Element darstellen, als die Juden Qaliziens Weitere AeuuVrungen hierzu lind uns sehr erwünscht. Ü. Red. Meine Eindrücke und Urteile von den galizischen Juden sind naturgemäß sehr schmal bestellt, denn Ihr dürft nicht vergessen, mit dem Stellungskrieg ist es jetzt aus, und der Be-

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