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Herzl-Bund-Blätter · 1915-12-01 · 31/32 (Dezember 1915) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1915
Issue
31/32 (Dezember 1915)
Date
1915-12-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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267 hin. Und selbst der König bewunJerte den Jüngling,, wie er die Schmerzen standhaft aushielt. — Auch den vierten Sohn peinigten die Schergen des Königs in derselben Weise. Als er dem Tode nahe war, sprach er: Iis ist schön, beim gewaltsamen Tode die Hoffnung zu hegen, von Gott selbst wieder erweckt zu werden. Dir, König, aber wird Auferstehung nicht zuteil. — Der fünfte Sohn rief vor der Marter dem König zu — denn auch er weigerte sich zu essen —: Durch deine Macht kannst du, vergänglicher Mensch, tun. was du willst, üott aber wird nie mein Volk verlassen. Bald wirst du seine Macht schauen; deine Nachkommen aber wird er züchtigen. — Auch der sechste wollte sterben und hub an: Wir sterben heute, weil wir gegen Gott gesündigt haben; doch auch du wirst nicht ungestraft bleiben, denn du streitest gegen üott. — Die Mutter aber hatte alle ihre Söhne ermahnt, zu sterben. »Nicht ich habe euch den Atem und das Leben geschenkt", rief sie ihnen zu. «sondern Gott. Und er wird es euch einst wiedergeben." Antiochos aber beschwor den Jüngsten, der noch allein übrig war, das unreine Heisch zu essen, und versprach ihm Reichtum und Ehr«, wenn er von den väterlichen Gesetzen abfallen wollte. Als der Jüngling nicht auf ihn hören wollte, rief er die Mutter herbei und betahl ihr, ihren Sohn zu bereden, daß er abfalle. Sie aber verspofete den Wüterich und ermahnte den Sohn, es den Brüdern gleichzutun „Schaue auf zum Himmel, blicke nieder zur I:rde. Aus dem Nichts hat Gott sie geschaffen und gebildet. Fürchte nicht diesen Henker, stirb deiner Brüder würdig!" — Der Jüngling aber rief laut: .Ich höre nivlit auf des Königs Gebot, nur Gottes Gesetze achte ich. die Moses uns einst verkündet. - Du aber wirst nicht den Händen Gotles entschlüpfen. Ueberhebe dich nicht in deinem Wahne, denn noch bist du nicht dem Urteil Gottes entgangen. Meine Brüder genießen nach kurzer Qual das ewige Leben; du aber wirst nach Gottes Gelicht die Strafe erleiden. Ich aber sterbe gern gleich meinen Brüdern und flehe zu Gott, daß er sich meines Volkes bald erbarme, und daß du bald erkennest, daß er allein Gott ist " Der zornige König ließ ihn noch grausamer töten als die andern. Zuletzt aber starb die Mutter. So grausam martern und quälen die Heiden.

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