Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1915
- Issue
- 31/32 (Dezember 1915)
- Date
- 1915-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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265 Aber viele in Israel blieben fest bei ihrem alten Glauben und starben lieber, als daß sie unreine Speisen aßen und den heiligen Bund entweihten. Unter ihnen war auch der Priester Mattathias aus Modeim mit seinen fünf Söhnen. Als er alle die Greueltaten sah, klagte er bitter: „Warum muß ich mit ansehen, wie mein Volk und die heilige Stadt vernichtet wird von den Feinden, wie ihre Kinder getötet und ihre Schätze fortgeführt werden? Unser Heiligtum ist verwüstet, unser Ruhm dahingeschwunden; was soll uns da noch das Leben?" Er zerriß seine Kleider und trauerte sehr und mit ihm seine Söhne. Als nun die Leute des Königs nach Modeim kamen und ihn aufforderten, nach dem Befehle des Königs den Götzen zu dienen, da weigerte Mattathias sich und sprach: ..Wenn auch alle vom heiligen Bunde abfallen, so werden doch meine Söhne und ich das Gesetz nicht verlassen und den Geboten des Königs nicht folgen". — Da trat ein jüdischer Mann an den Altar und wollte opfern. Als Mattathias das sah, stürzte er auf den Mann los und tötete ihn im heiligen Zorne. Auch die Schergen des Königs brachte er um. Dann versammelte er alle Gesetzestreuen in der Stadt und floh mit ihnen ins Gebirge. Ihre Habe aber ließen sie in der Stadt. — Sie beschlossen sich zur Wehr zu setzen und auch am Sabbath zu kämpfen und sie verteidigten sich mit Erfolg gegen ihre Feinde . . . ... Als Mattathias sein Ende herannahen fühlte, versammelte er seine Söhne und sprach zu ihnen: .Herrscht auch jetzt Verwüstung überall, so eifert doch für das Gesetz und gebet euer Leben hin für den heiligen Bund. Gedenkt der Taten unserer Väter! Dann werdet ihr großen Ruhm erlangen. Fürchtet euch nicht vor den Frevlern! Denn sie werden zuschanden! Seid stark und fest, meine Kinder, dann wird euch euer Werk gelingen. Simon, euer Bruder, sei euer Ratgeber; Juda, der Hämmerer, sei euer Heerführer!" Dann segnete Mattathias seine Söhne und starb. Juda, sein Sohn, trat nun an seine Stelle. Vor seiner Kraft und seiner Macht verzagten die Abtrünnigen, und die Uebeltäter erbebten, denn Heil und Sieg war ihm vergönnt. Er rottete aus Judas Städten die Gottlosen aus und sammelte wieder das zerstreute Volk . . . ... Da sprach man im Volke zueinander: Jetzt wollen wir unser geschwächtes Volk aufrichten! Sie versammelten sich und beteten und fasteten, legten Asche auf ihre Häupter und zerrissen ihre Kleider. An jenem Tage schrieen sie zum Himmel und klagten: dein Heiligtum ist entweiht, deine Priester sitzen