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Herzl-Bund-Blätter · 1915-12-01 · 31/32 (Dezember 1915) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1915
Issue
31/32 (Dezember 1915)
Date
1915-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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263 Ohne Klage, und ohne Schwäche. Keine Müdigkeit lähmt uns. Brandet die Sintflut um unsere Arche? Lärmt die Zeit um uns? Was tut es? Sind wir doch die Zeitlosen, die Hüter des ewigen Lichtes. Und zünden jeden Tag ein Licht, Geduld nur, so wird es gelingen! Hier rechts und da links — überall Hackern sie auf, die Zeichen mehren sich, die Flammen steigen, die Erfüllung naht---- Und über ein Kurzes, so ward auch dieser Kampf der Welt überwunden, und von Zion geht wieder, wie einst, ein grenzenlos reines Licht, umhüllt die Welt, und uns, das Volk der Priester! So sehen wir heute, mit neuerwachten Augen, das Chanukahfest und finden erneut an ihm Halt. Lärmender als je tobt die Welt. Und unsere Brüder sterben und werden heimatlos fast wie zur Zeit der spanischen Austreibung, fast wie zur Zeit, da Zion zerstört ward. Da packt manchen von uns ein banger Zweifel, daß nicht die Gewalt siege und die Idee ersticke. Und mancher, der in trüber Einsamkeit verblieb, wird wankend. Ihnen, ihr Brüder, ihnen zunächst gilt diesmal das Fest. Daß sie nicht den Mut verlieren ob des sinnlos scheinenden Schicksals und daß sie nicht verzagen, wenngleich Millionen ostwärts wandernder Brüder unseren Blicken entgleiten! Reiniget euch in diesen Tagen des Weihefestes, und prüfet euch, daß kein Zweifel in verborgener I-alte Eurer Seele bleibt. Und füllet euch ganz mit Zuversicht. Mancher von euch verlernte, je wieder froh zu sein. Und mancher ist, der sich wünschte, es nähme auch ihn mit fort, das reißende Gewässer. Aber was heute ist, wird vergehen, wie es einst war und verging. Was geschehen kann, ist alles schon geschehen, und nichts geschah, was wir, das älteste der Völker, nicht in uns aufgenommen hätten. So gibt es kein Leid in der Welt, das wir nicht schon gelitten. Haftet darum nicht an den Dingen, die vergehen, wahret eure Seele rein für das. was besteht! Haltet eure Zuversicht stark und trauert nicht, daß die Mütter des Volkes wehklagen über ihre Söhne in Feindesland. Denn so spricht der Herr: ..Man höret eine klägliche Stimme und bitteres Weinen auf der Höhe. Rahel weinet über ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen über ihre Kinder, denn es ist aus mit ihnen. Aber der Herr spricht also: Laß Dein Schreien und Weinen und die Tränen Deiner Augen. Denn Deine . Arbeit wird belohnt werden, spricht der Herr. Sie sollen wiederkommen aus dem Land des Feindes!" Und weiter spricht der Herr zu diesen, die wiederkommen:

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