Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1915
- Issue
- 29/30 (Juni/Juli 1915)
- Date
- 1915-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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23<) Edmund Levy aus dem Lazarett in Liegnitz an Walter Roth. Wir dürfen auch nicht vergessen, daß wir wichtige Dinge, die nach dem Krieg vorhanden sind, nicht kennen Wir wissen nicht, wie stark wir dann sind. Wieviel Bbr. Bbr. noch weiter dienen müssen und wie leistungsfähig wir dann in finanzieller Beziehung sind. Zur Arheit selbst kennen wir das Schicksal Polens nicht: ganz abgesehen von unserer Stellung in Palästina. Wir wissen ja. daß in Polen Arbeitsgebiete sind, aber jedes ist so groß, daß wir als H. B. nicht die Verantwortung dafür übernehmen können. Für unbedingt notwendig halte ich dieses auch nicht und ich wäre auch mit der Arbeit in der Zionistischen Organisation einverstanden, oder auch in einer anderen, beispielsweise der Jüd. Turnerschaft. Diese hat sicher große Aufgaben in Polen bei den feigen, schlappen und körperlich schlecht entwickelten Juden. In den letzen Wochen habe ich häufiger über die galizischen und polnischen Juden nachgedacht, die in Berlin wohnen. Wir haben uns doch nur sehr wenig darum gekümmert und es ließe sich doch viel tun. um diese menschlich zu bilden und ihre Kinder national-jüdisch zu erziehen. Für die jungen Leute könnten Unterrichtskurse in Deutsch, Rechnen und anderen Elementartächern erteilt werden (ähnlich wie die Arbeiterkurse sind, die die Studentenschatt erteilt i. Im Verlaufe der Unterrichtsstunden würde man ja bald die Intelligenten und Strebsamen kennen lernen und könnte diese dann zu besonderen Zirkeln zusammenschließen. Die Arbeit könnten oder müßten wir mit dem K. J. V. zusammenmachen. Fin Arbeiten in Palästina ist m. F. zunächst nur eine Finanzfrage. Fs gibt da ja außer der Achusa noch eine größere Anzahl von Einrichtungen, bei denen man sich „beteiligen" kann. Ich denke an eine „Pflanzungsfarm", deren Bewirtschaftung die P. L. D. C. gegen geringe Gebühren ständig besorgt, oder etwa Unterhaltung einer Arbeiter-Wohlfahrtseinrichtung, Bad oder Bibliothek etc. in einer N. F. Kolonie. Wenn der Krieg vorbei ist, werden wir ja sicher etwas in Palästina unterstützen oder neu errichten wollen. Es könnte dann das Präsidium eine Rundfrage an die Klubs erlassen, welcher Betrag für eine Palästinaarbeit des H. B. monatlich von dem betr. Klub übernommen wird. Nach Feststellung der Summe können wir uns dann evtl. an das Palästina-Amt wenden und uns Vorschläge machen lassen, was mit dem monatlichen Betrag am praktischsten auszuführen ist. Die Frage, ob wir die Arbeit für den H. B. selbst oder die Allgemeinheit machen wollen, ist dann ja klar.