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Herzl-Bund-Blätter · 1915-06-01 · 29/30 (Juni/Juli 1915) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1915
Issue
29/30 (Juni/Juli 1915)
Date
1915-06-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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235 wenn sie hinübergehen wollen — diese Konjunktur müssen wir ausnützen. Das sind ungefähre Richtlinien für die größere Aufgabe des H.-B. Ob sie gelöst werden kann, ist eine Frage für sich und steht hier nicht zur Diskussion 2.) Gehen wir nun zur Tätigkeit der Clubs über. Deren Aufgabe sehe ich in diesem Satz: die Clubs haben Kaufleute zu erziehen, welche die vom Kund geschaffenen Beziehungen ausnützen können. D. h. der H. B. soll eine Exportanstalt zionistischer Kaufleute nach Palästina werden, und die Clubs sollen Kaufleute schaffen, die exportiert werden können. Es liegt schon in diesen Sätzen, daß ich kein Freund jeder Erziehung des H. ß. bin, die darauf hinausläuft, unter auschließlicher Betonung persönlich freundschaftlicher Beziehungen .Zionismus" im geistigen Sinne zu unterrichten. Ich lege Wert darauf, daß wir eine Standesorganisation sind — wir verhalten uns zum Studium des Zionismus (Geschichte. Kultur. Literatur) wie die Gewerkschaften zu der sozialdemokratischen Parteischule. Bei uns soll der Beruf, nicht die Theorie im Vordergrunde stehen. So wie die Gewerkschaften Arbeiterorganisationen sind (die letzten Endes ohne weiteres der Sozialdemokratie dienstbar werden) so sollen wir einelln ternehmerorganisation werden — im Sinne des Zionismus werden wir dann schon durch uns selbst wirken. Ich will also alle „geistigen" Fragen und Diskussionen ungefähr auf das Maß beschränkt wissen, in welchem die Arbeitervereine .Kultur" treiben: etwas Volksgeschichte, etwas gründliche Parteigeschichte — im übrigen aber nur das, was ein tüchtiger Unternehmer braucht, der nach der Türkei will. Sprachen (französisch!) [hebräisch versteht sich von selbstj. Sämtliche ins Fach schlagende Handelsfragen, möglichst anknüpfend an die Branche, in welcher der Clubbruder tätig, Unterricht in deutscher und türkischer Wirtschaftspolitik. Bankwesen. Verkehrswesen. Export und Import. Das Material hat das Präsidium bezw. das Archiv zu schaffen und zu sammeln. Dies sind ungefähre Richtlinien. Ob sie heute im Herzl- Club mehr Anklang finden werden, als früher, weiß ich nicht. Sollte es der Fall sein, so wäre zunächst die wichtigste Aufgabe die: Das Ausarbeiten eines genauen Lehrplanes, Einteilung des Unterrichtsstoffes. Obenstehende Richtlinien sind natürlich lediglich ein versuchsweises Andeuten.

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