Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1915
- Issue
- 29/30 (Juni/Juli 1915)
- Date
- 1915-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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220 Dem lateinischen Sprichwort kann man zunächst mit einem deutschen dienen .Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um." Zweitens, daß ein Kaufmann eine solche Risiko-Rechnung aufstellt, habe ich von soliden Kaufleuten noch nicht gehört. Bs kommt hinzu, duß nach Roths Auffassung der M B Geschäfte, die hier oder in Palästina getätigt werden, mit seinem Namen decken soll. Ich glaube nicht, daß Roth das mit seinem Namen tun würde. Wir wollen uns doch ernstlich vor Augen halten, daß uns der Name Herzls und des H H zu teuer ist. um ihn lächerlichen oder mangelhaft inszenierten Geschäften, mit denen wir keine Ehre einlegen würden, anzuhaften Und drittens, was mir als das Wichtigste erscheint: Jede Außenarbeit, die wir leisten würden, hängt mit Politik zusammen. Die unausbleibliche polge wäie, daß wir im H. B. tiefgehende politische Erörterungen hätten Nun kann ich mir keinen größeren Zwiespalt denken, als den, zwischen Erziehung und Politik. Wenn wir unsere Erziehungsarbeit nicht gefährden wollen, dann gibt es nur eines von der Außenarbeit A b-s t a n d zu nehmen und sie denen zu überlassen, die genügend theoretische Kenntnisse erworben haben, um sich in den Prägen des täglichen Lebens zurecht zu finden. Bbr. Bbr. mit einer ausreichenden Erziehung und mit den nötigen finanziellen Mitteln werden aber im Stande sein ...Wittel zum Zweck zu werden" und von diesen erwarten wir Außenarbeit. Das sind unsere Inaktiven. Ich bin mir sehr wohl bewußt, daß die Innenarbeit, wie sie bisher im H B. und H. C. getrieben wurde, noch lange nicht allen Anforderungen entspricht, die ich an diese Autgabe stelle. Und ich glaube auch, daß wir unter anderen Verhältnissen, als den gegenwärtigen, ein gut Stück weiter gekommen wären Es muß daher unsere erste Priedensarbeit sein, ein genau ausgearbeitetes Programm für die Erziehung im H. B. aufzustellen, in dem auf den kaufmännischen Charakter unserer Mitglieder weitgehendst Rücksicht genommen wird. Auch die Gründung eines Inaktivenverbandes, der sich mit allen jüdischen Etagen eingehend befaßt, wird eine absolute Notwendigkeit. Ich denke an die Arbeiten bei Gemeindewahlen, Arbeiten der Ortsgruppe, Betätigung in Bankfragen etc. Wenn also in der Arbeit des Fi. B. ein Manko zutage tritt, so kann dieses nicht gedeckt werden „durch kleine Mittel, mit denen wir uns auf kleinenGebietenbetätigen",sondern mein Wunsch ist es. daß wir das große Ziel im Auge behalten und mit starken Mitteln an die Lösung der Präge herangehen, die wir uns als unsere Aufgabe im n B. gestellt haben, d. h., daß wir unsere Aktiven erziehen, und daß unsere Inaktiven, infolge ihrer Erziehung, als die Praktiker mit theoretischer Kenntnis befihigt sind, tätigen Anteil am zionistischen Leben zu nehmen.