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Herzl-Bund-Blätter · 1915-02-01 · 25/26 (Februar/März 1915) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1915
Issue
25/26 (Februar/März 1915)
Date
1915-02-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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1% blickliche Lage in Palästina (vgl. Berliner Feldpostbrief Anfang März 15), um die Wichtigkeit dieses Punktes festzulegen. Material hierüber bietet uns die bekannte Palästinaliteratur; im übrigen aber wird es Aufgabe unserer in Banken tätigen Bundesbrüder sein, sich gerade hiermit zu beschäftigen und uns Laien zu unterrichten. (Vgl. Artikel Walter Roths Mai 1Q14, Kongreßberichte der Bank usw.) Wir kommen zu dem dritten Punkt, der Möglichkeit einer Emanzipation der Juden in dem eroberten polnischen Gebiet. Man vergegenwärtige sich, daß die Zahl der Juden in Polen bei der Volkszählung 1897 1 32t 100 14,05 »<> der Gesamtbevölkerung betrug, d. h. heute weit über dreimal soviel als die Zahl der Juden im Deutscheu Reiche. Man vergegenwärtige sich ferner ihre soziale Lage, betrachte die Verteilung der Berufe und die Art der Berufe, die Zurückgebliebenheit der jüdischen Fabrik und ihre Ursachen, die haltlosen Zustände der jüdischen Hausindustrie, — das alles durch den Krieg zu dem gräßlichsten Elend gesteigert. Dabei ist nicht /u vergessen, daß nicht so sehr rechtliche als vielmehr wirtschaftliche Gesetze die Schuld daran tragen, eine Emanzipation also die Frage nicht löste, sie vielmehr erst voll aufrollt. Man vergleiche all dieses, sage ich, mit der Lage der Juden in Deutschland, um einen Begriff zu bekommen, welch ungeheuere Fragen wirtschaftlicher und kultureller Natur sich voi uns auftun. Man erinnere sich weiter, daß bei der Emanzipation der preußischen Juden die Verhältnisse in der Provinz Posen, wo zwei Fünftel der damaligen preußischen Juden wohnten, erst 20 Jahre nach der Emanzipation (1833) durch Sonderrecht seinerzeit geregelt wurden, und man betrachte endlich all diese Dinge als Zionist, d. h. in ihrem kausalen Zusammenhang mit einer Auswanderung nach dem Orient, um den Arbeitsstoff, den sie umfassen, voll zu verstehen. (Ich gebe als Literatur Wlad. W. Kaplan-Kogan „Die Wanderbewegungen der Juden", Bonn 1913 |S. 60—112), und die dort zitierten Arbeiten, insbesondere die Ruppins, Hillmanns und Margolins an.) Ich bemerke nochmals zur Abgrenzung gegen etwaige Einwürfe, daß alles hier nur skizzenhaft gegeben werden konnte, von der mehr oder minder ausführlichen Behandlung einer Rubrik nicht auf deren größere oder geringere Wichtigkeit geschlossen werden soll, und daß es Sache der einzelnen Clubvorstände bleibt, die Arbeit geordnet weiterzuführen bezw. die Behandlung der obigen Themen durch die dazu geeigneten Bundesbrüder einzuleiten. Erich Roth, HC-Berlin. Aus Feldpostbriefen. ... In diesen Zeiten merkt man erst so recht, wie tief wir deutschen Juden schon im Deutschtum stehen, wieviel davon wir schon in uns aufgenommen haben, anderseits aber auch, wie

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