Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1915
- Issue
- 25/26 (Februar/März 1915)
- Date
- 1915-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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195 ist mehr oder weniger Aufgabe jedes Zionisten, interessiert daher hier im Zusammenhang weniger. (Hingewiesen sei ihres individuellen Charakters wegen auf die Arbeit unserer Jungens im Blau-Weiß.) So bleibt die organisierte Arbeit der Clubs und des Bundes zu besprechen. Ich sage „organisierte Arbeit", weil nur unter dieser Voraussetzung sie möglich ist und von uns gefordert wird. Sie erstreckt sich außer auf Ortsgruppentätigkeit usw., die mehr in kleineren Orten in Frage kommt, auf die N. F.¬ Arbeit und Propaganda (vgl. Feuerrings Artikel HB-Blätter April 1Q13, sowie Salingers Erwiderung da/u) und ferner auf die Arbeit in der jüdischen Turnerschaft und für diese (vgl. Israels Artikel Mai-Juni 1913 und Hamburger Arbeitsberichte). Ich erinnere bei der Besprechung der Aufgaben der einzelnen Clubs an das Gebiet der sozialen Tätigkeit, die allerdings nur periodisch an uns herantritt. (Ich erwähne unsere Hilfsarbeit in der jüdischen Gemeinde Berlin zu Beginn des Krieges.) Zu diesen periodisch auftretenden Arbeiten gehören ferner Dinge, wie die Schulwerkpropaganda, antizionistisches Komitee usw. Wir kommen nunmehr zu den Aufgaben, die den ganzen Bund umfassen, d. h. sich an ihn als organisiertes Ganzes innerhalb der wirtschaftlich tätigen Zionisten wenden. (Als Beispiel gelte etwa der Hamburger Antrag auf dem Bundestag, der Verbreitung jüdischer Literaturwerke durch den Bund Mittel und Wege zu ebnen.) Ich erwähne hier zunächst die Rolle, die wir als Organisation von zionistischen Kaufleuten in der Stellenvermittelung und in ferner Zukunft (Lösung unserer Inaktiven* frage) bei Gründung einer zionistischen Loge spielen können. Es liegt auf der Hand, daß die Behandlung dieses Abschnittes nur fragmentarisch sein kann, und so will ich heute nur von drei Momenten sprechen, von denen wir auch noch nicht wissen, ob, wann und wie sie an uns herantreten können, deren Möglichkeit aber so stark ist, daß es hoch an der Zeit erscheint, ihre Erörterung in den einzelnen Clubs in den Vordergrund zu stellen, obgleich die speziellen Momente unserer Aufgaben dabei heute noch unklar sind. Diese drei Dinge sind: I. die Probleme einer etwaigen antisemitischen Bewegung nach dem Kriege. 2. die Lage unserer wirtschaftlichen Institute hier und in Palästina und 3. der ungeheure Komplex von Fragen bei einer Emanzipation der polnischen Juden in dem eroberten Gebiet. Zu 1. ist nichts wesentlich Neues zu sagen, die Literatur hierüber und unser Standpunkt sind bekannt, es bleiben die speziellen Folgen auf die deutsche Judenheit und die deutsche Volkswirtschaft zu erörtern. Wegen des zweiten Punktes und unserer Beziehungen dazu verweise Ich auf Hans Werners Artikel (HB-Blätter Februar-März 1914) und erinnere an die Gedanken, die Dr. Nawatzki bei seinem Palästinakurs im Berliner HC entwickelte, sowie an Dr. Roscnhlüths Bericht über die augvu-