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Herzl-Bund-Blätter · 1915-01-01 · 24 (Januar 1915) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1915
Issue
24 (Januar 1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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176 genug ist) sich selbst, sein Ganzes und Bestes einzusetzen für die gerechte deutsche Sache. Und diesen unbedingten Willen zur Selbstaufopferung für das große Ganze sollten wir in unserer Friedensarbeit für unsere nationale Zukunft missen können? — Vergeßt nicht: noch mehr als in diesem Kriege geht's bei unserer Arbeit um unser Wohl, unsere jüdische Zukunft, um das Sein odci Nichtsein des jüdischen Volkes. Deswegen müßt Ihr in Eurer zionistischen Arbeit ebenso Euer Bestes hergeben, wie wir es im Felde tun. Sollte mir aber jemand sagen: „Ja, bei diesem Kriege ist es auch etwas anderes, da mußte jeder sich einsetzen, denn eine große Gefahr drohte uns, drohte dem Fortbestand deutscher Arbeit und deutschen Wesens," so wäre es traurig, müßte man ihn erst aufmerksam machen auf die Gefahr, die dem Judentum, seiner Art und seinem Fortbestand schon ach so lange droht. Und nicht nur von außen, nein, viel schlimmer noch die innere: Abfall und Trägheit! Also Gefahr droht — Kämpfer vor! Kämpft heiß und ehrlich! Nach dem Kriege werden wir wiederkommen und Euch helfen. Und mancher von uns wird wieder mit vielen neuen Erfahrungen zurückkommen. Aber das ist gut. Auch ich gehörte zu jenen, von denen Samuel schreibt, daß sie ihre Zeit besser anzuwenden glaubten, wenn sie z. B. nicht zu dem doch offiziellen Turnabend gingen. Nun gerade dies Beispiel: wie mancher — so auch ich — wäre heute als Soldat froh, hätte er damals geturnt. Und selbst, wenn dies nicht wäre, will man geistig arbeiten und etwas leisten, muß man für die physischen Vorbedingungen sorgen, also turnen. Das hat der HB erkannt und das Turnen einem jeden zur Pflicht gemacht. Folglich müssen wir alle turnen. Und wäre es auch nicht so wichtig; wir haben zu gehorchen, unsere Pflicht zu erfüllen. Liebe Freunde, ich habe Euch dies alles geschrieben, weil ich weiß daß mancher unter Euch noch ringt und mit sich und seinem (wenn auch noch so edlen) Egoismus kämpft. — Samuel hat zu Euch gesprochen, doch er befindet sich in Eurer Mitte und scheint Euch vielleicht im Alltag zu stehen. Ich stehe hier draußen im Kriege, weit weg von Euch, und ich blicke von weitem mit klaren Augen. Und ich sage Euch dasselbe, sage: er hat recht. — Handelt danach Es grüßt Euch Euer Bbr. Otto Lehmann. 4 Aus Feldpostbriefen. . . . Vorgestern war ich in A , kaum eine Meile hinter der Orenze ein so verändertes Leben zu finden, hat etwas Märchenhaftes an sich. Diese alte schmut/ige Stadt mit ihrem Wirrwarr

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