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Herzl-Bund-Blätter · 1915-01-01 · 24 (Januar 1915) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1915
Issue
24 (Januar 1915)
Date
1915-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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173 nur sie können sich ein Milieu schaffen, in dem sie gemeinsam, bundesbrüderiich leben, in dem sie unabhängig vom Althergebrachten ihrem Ideal in Unbedingtheit dienen können. Die aber unter uns, die sich ihre Ideale, ihren Zionismus bis in das späte Alter bewahren — ich 'hoffe, es werden alle sein —, die werden sich auch ihre Jugendlichkeit erhalten und die werden treu darüber wachen, daß im HB nie der üeist der Kleinlichkeit und des Philistertums seinen Ein/ug halten wird. Rudolf Dan l ig e r, HC-Breslau. Brief aus dem Felde. Anfang Januar 1915. Liebe Bundesbrüder! Ihr seid meine Freunde und meine Buiideshrüder. Wir geben einander und nehmen voneinander, und jeder steht dem anderen frei und unbeschwert gegenüber. So war's bei uns. — Da kam der Krieg. Nun seid Ihr allein die Ciehenden und wir hier draußen die Nehmenden. Eine schwere Last trage ich jetzt. Es ist meine Dankbarkeit für Euch. Wann werde ich sie abtragen können? Dankbarkeit? Ja! Einmal für Eure Liebe und Freundschaft, die mich froh und stark macht, dann aber für Eure Arbeit, Eure Arbeit fürs Judentum im HC. Viele Kräfte sind Euch verloren gegangen, doppelt müßt Ihr arbeiten. „Werden sie's können oder wird vieles zusammenbrechen '?'", so fragte ich mich oft in der ersten Zeit des Krieges. Heute weiß ich die Antwort. Ihr habt's fertiggebracht und tiefen Dank fühb.' ich für Euch, daß Ihr unsere Arbeit mit übernommen, daß Ihr uns aller Befürchtungen überhoben habt, und unsere Untätigkeit in jüdischen Dingen ausgeglichen wird durch Eure treue Pflichterfüllung. Ein schöner Beweis für die Richtigkeit dieser Annahme ist die letzte Nummer der HB-Blätter. Der Artikel meines Freundes Samuel war mir eine große Freude. Dieser Artikel ist auch die Veranlassung, weswegen ich Euch jetzt schreibe. Freundschaft oder nur Bundesbrüderlichkeit? Denn da» ist nicht dasselbe. S. hat recht: „Freundschaft kann wohl Programm sein in den Statuten eines Kaffeekränzchens .... aber nicht in einer nationalen Organisation." Ich gehe noch weiter. Ganz abgesehen von unseren nationalen Zielen, die uns eine so enge Grenze nicht gestatten, in die Statuten ,eines ernsten Hubs paßt die Forderung nach Freundschaft nicht, da man Freunde erwerben muß, nicht aufnehmen kann. „Daß dann daraus

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