Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1914
- Issue
- 22/23 ( November/Dezember 1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4895413-5934794-5934834--184-4895580- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
161 bewußt bin, sondern, daß.ich nicht teilnehmen kann an unserer Arbeit und durch diese wachse. Darum berichtet über unsere Arbeit, schreibt, wie es in Palästina ausschaut, und ob dort für das Land Befürchtungen bestehen? Du- Naturalisierung der russischen Juden durch die Türkei war mir eine große Freude . . . . . . Ich erwarte den. von Dir angekündigten ausführlichen Bericht über die Arbeit im HC und HB. Es ist jedenfalls viel gestört. Bald kommt auch der Termin unseres HB-Tages. Ich hatte es mir so schön gedacht, Euch Alle wiederzusehen, alle Bundesbrüder, in unserem schönen Heim, in dem ich das Lachen wieder gelernt habe und so manche köstliche Minute erlebt habe. Und nun wer weiß, ob ich Euch überhaupt nochmal sprechen werde. Der Krieg ist noch nicht zu Ende, und die (iranatcu platzen ruhig weiter. — In manchen Dingen hat sich meine Begeisterung gelegt. M.in lernt viel zu im Krieg, wenn man, wie wir Juden ja alle, nachdenklicher Natur ist. Nur über eines können wir nichts zulernen hier draußen, nämlich über unser, der Juden, eigenes Schicksal Es hat sich nichts verändert! Man kann auch hier draußen in weltabgeschiedener Wildheit und angesichts des Todes als Jude nicht leben, ohne immerfort beschimpft zu werden in seiner jüdischen Ehre, unbedacht von den Unwissenden, aber hoshaft von den Gebildeten. Wir Zionisten haben uns doch nie falschen Hoffnungen hingegeben, aber häß ich und bitter ist die Erfahrung doch. Jedenfalls sagt nur den Optimisten zu Hause, daß man uns schon hier draußen im Fei Je zu verstehen gibt, daß kein Mensch daran denkt, seinen Antisemitismus, seine Abneigung gegen den Juden, - mag er auch Schulter an Schulter mit ihm gekämpft haben, aufzugeben. Nun gut, wir kennen ja unsern Weg! Doch wie wird es nach dem Kriege in Palästina aussehen, nachdem nun auch die Türkei brennt. Ich habe eigentlich den Plan, nach dem Kriege zu versuchen, in Palästina eine Stellung zu bekommen. Wenn der Krieg zu Ende geht, dann könnt Ihr vom HB aus mal bei Kuppin anfragen, ob da etwas zu machen ist . . . V Mitteilungen des Präsidiums. Die vorige Nummer der HB-Blätter, Nr. 20,21, die wir im September-Oktober herausgaben, w ir infc Ige der politischen und finanziellen Verhältnisse eine Hilfsnummer, die wir nur an die Vorstände der Clubs gelangen lassen konnten. Wir hoffen, wenn sich unsere finanziellen Verhäl'msse, wie in den Ic'z'en Monaten,